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Jungstötter

Jungstötter

Jungstötter

Jungstötter

Der warme Trommelklang schreitet voran, er wird umschmeichelt von aufblitzenden jungen Stimmen, vom rüstenden Aufatmen der Holzbläser. Sie ebnen den Pfad, den Jungstötters (Fabian Altstötter) tiefes Timbre verfolgt. Und jener bleibt unvorhersehbar, führt bisweilen in dunkle Abgründe, etwa mit dem Song »Tell this Lover«. Die Blasinstrumente (gespielt von Ralph Heidel) hauchen und säuseln Nebelschwaden zwischen die tastenden Melodien. Wie außerweltliche Tränen tropfen die Töne der Harfe (Andy Aquarius) und beschweren die Klanglandschaft zusätzlich. Die Trübsal lichtet sich allmählich, sobald der Rhythmus von »Loud Fingers« aufklart und erst Klavier, dann die Mundharmonika vorleuchtet. Das sind nur einige Eindrücke vom dritten Album »Sustained«, für das der ehemalige Sizarrsänger ein herrlich experimentierfreudiges Ensemble um sich schart. Die eigenwilligen Impulse jener Musikerinnen und Musiker gehen wie selbstverständlich in den Klangwelten Altstötters auf. Besonders schön sind dabei die ungeschliffenen Momente, etwa das Ende, dem wie dem Anfang eine Improvisation innewohnt. Im gemeinsamen Spiel sprengt Jungstötter die vorher schon gedehnten Vorstellungen von Popsongs auf. Zurück bleibt eine umarmende Geräuschkulisse aus anfangs kriechenden und sich allmählich aufbrausenden Pulsen, suchenden Klaviermelodien. Es flirrt, es raunt und rauscht und Altstötters Stimme glüht fortwährend. Claudia Helmert


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