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Der Magier im Kreml

Der Magier im Kreml

F 2025, R: Olivier Assayas, D: Paul Dano, Jude Law, Alicia Vikander, 145 min

Olivier Assayas hat einige Filme über zeitgeschichtliche Personen gedreht. (»Irma Vep«, »Carlos – Der Schakal«). Wladimir Putin allerdings dürfte auch für ihn eine Herausforderung gewesen sein. Immerhin konnte er sich aber für »Der Magier im Kreml« auf die gleichnamige Buchvorlage stützen. Protagonist ist nicht, wie zu erwarten, Putin selbst, sondern ein an Wladislaw Surkow angelehnter Berater. Surkow ist eine schillernde Figur in Russland, ehemaliger Theatermacher, Schriftsteller, wichtige Figur in Putins innerem Zirkel. Bei Assayas wird er von Paul Dano gespielt und sitzt in seinem Haus am Rand von Moskau, wo er einem amerikanischen Journalisten emotionslos von seiner Karriere berichtet. In Rückblenden erfahren wir zunächst aus Surkows eigenem Leben und von den wilden neunziger Jahren nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion – eine Zeit, die der Film funkelnd zum Leben erweckt: luxuriöse Partys, Männer, die sich schamlos bereichern, Attentate auf offener Straße. Mitten in das politische Chaos wird Putin als Ministerpräsident installiert. Ein KGB-Mann, der Ordnung bringen soll. Jude Law spielt ihn überzeugend, vielleicht ein bisschen zu charmant. Weniger überzeugend ist die zweite Hälfte des Films: Indem er wirklich jede Station auf Putins Weg bis zum Krieg in der Ukraine aufnimmt, gerät er immer mehr zur bebilderten Geschichtsstunde. Das hat etwas Ermüdendes, vor allem weil es wenig Neues erzählt. Sehenswert bleibt »Der Magier im Kreml« trotzdem. Josef Braun


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