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Die reichste Frau der Welt

Die reichste Frau der Welt

F/B 2025, R: Thierry Klifa, D: Isabelle Huppert, Laurent Lafitte, Marina Foïs, 121 min

Basierend auf dem Skandal um die L’Oréal-Erbin Liliane Bettencourt begibt sich Regisseur Thierry Klifa mit »Die reichste Frau der Welt« ins Milieu der französischen Superreichen. Isabelle Huppert verkörpert dabei Marianne Farrère, Erbin eines Kosmetikunternehmens, das sie – ganz in der Tradition ihres Vaters – konservativ führt. Frühstück, Vorstandssitzung, Mittagessen mit ihrer Tochter, Pressetermine – all das ist perfekt durchgetaktet. Doch die Begegnung mit dem berühmt-berüchtigten Fotografen Pierre-Alain Fantin lässt sie ihre Prinzipien über Bord werfen, was von ihrer Familie mit großem Misstrauen beobachtet wird. Denn Pierre-Alain genießt das Luxusleben mit Marianne und lässt sich kaum lange bitten, ihr Geld anzunehmen und in großem Stile zu verprassen. Der Fokus des Films liegt auf dieser Freundschaft, andere Aspekte des Bettencourt-Skandals wie Antisemitismus-, Steuerhinterziehungs- und Bestechungsvorwürfe sind kaum mehr als eine Randnotiz in der Erzählung. Dazu gibt es fiktive Interviewsequenzen mit der Familie, die seltsam fehl am Platz wirken und nicht helfen, dem Film mehr Tiefe zu geben. So ist »Die reichste Frau der Welt« unterhaltsam und kann durch gute Darstellerinnen und Darsteller überzeugen – aber das Bewusstsein, dass der eigentliche Fall noch viel komplexer ist, führt einen nach dem Kinobesuch dann doch zum Streaming, wo es eine dreiteilige Doku zu den realen Hintergründen gibt. Hanne Biermann


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