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Ein Nobody gegen Putin

Ein Nobody gegen Putin

DK/CZ 2025, Dok, R: David Borenstein, Pawel Talankin, 90 min

Es gibt Auszeichnungen, die sind zweifelhaft. Die UNESCO verlieh der 10.000-Einwohner-Stadt Karabasch im russischen Uralgebirge mal den Titel als »giftigsten Ort der Welt«. In der Region wird Kupfer abgebaut. Die Gebäude sind grau, die Winter kalt. Und trotzdem möchte der Lehrer Pawel Talankin nirgendwo anders leben. Seine Schüler sind wie Familie für ihn. Seine Mutter repariert Bücher in der örtlichen Bibliothek. Alles könnte so einfach sein. Ist es auch, bis Putins Invasion in die Ukraine das Leben auf den Kopf stellt. Talankin, der sonst die Abschlussfeiern und Schulaufführungen filmt, muss plötzlich Dinge drehen, die ihm weit weniger behagen. Für die Behörden in Moskau dokumentiert er inszenierte Unterrichtsstunden, Flaggenmärsche und andere Propaganda. »Ein Nobody gegen Putin« bietet einen seltenen Blick ins heutige Russland. Über zwei Jahre hat Talankin neben den offiziellen Aufträgen, heimlich aufgenommen. Soldatenbeerdigungen oder Schießübungen mit Kindern hat er online dem US-amerikanischen Regisseur David Borenstein geschickt. Dann wurde es zu gefährlich. 2024 verließ Talankin Russland, seine Dokumentation stellte er in Dänemark fertig. Mit viel Wärme führt er im Off durch die Szenen. Erinnert sich an die Schüler. Da sitzen sie in einem Garten, rasieren sich und machen Witze über ihre Zukunft als Soldaten. Talankins Film wurde in diesem Jahr mit dem Oscar ausgezeichnet. Ein würdiger Gewinner, der verrückterweise sogar Mut macht. Josef Braun


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