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Kalter Hund

Kalter Hund

D 2026, R: Pauline Roenneberg, D: Corinna Harfouch, Lea Drinda, Karoline Eichhorn, 144 min

Hermann Mann, der großzügige Stiftungsgründer und Gnadenhof-Unterstützer, wird hundert Jahre alt. Das ist natürlich ein Grund zum Feiern, und neben einigen offiziellen Gratulanten ist selbstverständlich auch die gesamte Familie erschienen, um dem Jubilar ihre Aufwartung zu machen. Allerdings gibt es ein kleines Problem, das Hermanns Ehefrau Marianne zunächst gar nicht bemerkt, als sie sein Zimmer betritt und distanziert um ihn herumwuselt: Der Patriarch liegt tot und fahl in seinem Bett, ein Barbiturat in einer Hand und ein Testament in der Schublade, das Haushälterin Joy flugs unbemerkt verschwinden lässt. Eine Weile wird das Ableben des Geburtstagskindes zwar noch vertuscht, doch irgendwann fliegt die Scharade auf und zwischen den Familienmitgliedern offenbaren sich Dynamiken, die man so nicht unbedingt vermutet hätte. Regisseurin Pauline Roenneberg ist mit ihrem Spielfilmdebüt eine schwarzhumorige Tragikomödie geglückt, deren Dialoge während des Drehs improvisiert wurden – eine ungewöhnliche und mutige Herangehensweise, die sich dank des starken Schauspielensembles mehr als auszahlt. Zuzuschauen, wie diese vollkommen dysfunktionale, herrlich überzeichnete Sippschaft sich verbal oder mit Blicken zerfleischt, ohne eine gewisse Ernsthaftigkeit aufzugeben, das ist ein großer Satirespaß, wie man ihn im oft betulichen deutschen Kino viel zu selten genießen darf. Peter Hoch


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