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Vaterland

Vaterland

D/PL/I/F/GB 2026, R: Paweł Pawlikowski, D: Sandra Hüller, Hanns Zischler, August Diehl, 82 min

Deutschland, 1949: Ein Volk zwischen Schockzustand und Verdrängung. Das Leben geht weiter und doch ist nichts so wie davor. Nach Jahren im Exil kehrt der Schriftsteller Thomas Mann ins Land der Täter zurück. Überall wird er beklatscht und geehrt. In West und Ost singen sie ihm Lieder. Selbst russische Offiziere suchen den Austausch über die Kunst. Aber der Autor hat nur Verachtung für sie übrig, jene Speichellecker, die eben noch den Arm hoben und nun alle Schuld von sich weisen. An seiner Seite: seine Tochter Erika, die übersetzt und organisiert. Als sie die Nachricht des Suizids ihres Bruders Klaus erreicht, mischt sich die persönliche Tragödie in die Trauer um den Verlust der Heimat. Gemeinsam mit dem Drehbuchautor Henk Handloegten (»Babylon Berlin«) rekonstruiert der vielfach ausgezeichnete polnische Regisseur Pawel Pawlikowski (»Ida«) diese Reise, die Mann eigentlich mit seiner Ehefrau Katia machte. Ausdrucksstarke Schwarz-Weiß-Bilder zeigen ein Land, das in Trümmern liegt, architektonisch und moralisch. Gleichermaßen keimt im Osten die Hoffnung auf einen Neuanfang. In Cannes für die beste Regie ausgezeichnet, ist »Vaterland« ein kraftvolles und konzentriertes Zeitdokument mit glänzender Besetzung, allen voran Hanns Zischler und Sandra Hüller als ungleiches Vater-Tochter-Gespann. LARS TUNÇAY


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