Endless Wellness

Endless Wellness

Domino Days

»Das Meiste beginnt mit einem Knall«, singen Endless Wellness zu Beginn von »Nur das Beste«, dem Opener ihres neuen Albums »Domino Days«. Ob die Aussage in dieser Allgemeingültigkeit haltbar ist? Fest steht jedenfalls: Die Geschichte von Endless Wellness begann mit einem Knall, und zwar konkret vor zwei Jahren mit ihrem Debüt-Album »Was für ein Glück«. Ja, was für ein Glück, dass es diese Band gibt!, dachten sich viele damals, so auch ich. Warum? Vielleicht, weil es schon lange keine Band mehr gegeben hat, die in ihren Songs auf so einnehmende Weise Wut und Zärtlichkeit verbindet, ohne sie dabei zu versöhnen – und damit zu neutralisieren. Genau das gelingt der Band auch auf dem hier vorliegenden Zweitwerk, das klanglich ans Debüt anknüpft, aber auch einige Stellschrauben weiterdreht: So klingt »Domino Days« deutlich ausproduzierter und druckvoller, ohne dass die Wiener Band dabei die liebgewonnene Roughness einbüßt. Im Gegenteil: Die Gitarren quietschen und knartschen so charmant, wie man es vielleicht seit Pixies’ »Surfer Rosa« nicht mehr gehört hat. Dazu schreit Sänger Philipp Auer sich wie gewohnt die Seele aus dem Leib – mal kryptisch, mal konkret, doch immer irgendwie ehrlich und unprätentiös. So wie im abschließenden »So allein sollen wir nie wieder sein«, das man angesichts der politischen Verhältnisse 2026 im besten aller Sinne als Antizeitgeistsong bezeichnen kann. Luca Glenzer


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