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Eva Ibbotson

Eva Ibbotson

Ein Tanz für mich allein. Aus dem Englischen von Michaela Link. Zürich: Kampa 2025. 320 S., 25 €

Eva Ibbotson.

Harriet Morton wächst mit ihrem Vater und ihrer Tante in einem lieblosen Elternhaus auf. Sie darf nicht auf die Universität, denn ihr Vater, Universitätsprofessor in Cambridge, erachtet Frauen an der Universität als unpassend. Stattdessen soll sie in eine ungeliebte Verbindung mit einem Kollegen gedrängt werden. Diesem Schicksal entkommt sie, indem sie mit einer Balletttruppe flieht, an das berühmte »Teatro Amazonas, angeblich das luxuriöseste und schönste Theater der Welt«. Sie hat ihre Berufung gefunden in einem Leben als Tänzerin fern ihres Elternhauses. Bis sie der Zorn ihres Vaters einholt. Eine Reihe von Missverständnissen und Schicksalsschlägen und Harriet ist wieder im Elternhaus, eingesperrt in einer Dachkammer. Und weil sie nach Ansicht ihres Vaters und insbesondere ihrer Tante keine Vernunft annehmen will, droht die Psychiatrie. Ein reicher Engländer, einer der Gummibarone (»Der Dschungel, den andere fürchteten oder verabscheuten, hatte ihn reich beschenkt.«), ist auch zurück in England und noch nicht am Ende seiner Tricks: Er will Harriet für sich zurückholen und schließlich findet die Geschichte ein Happy End auf dem Landgut der Familie. Harriets bewegende Geschichte ist eine von familiären Verwicklungen und Schicksalsschlägen, Egozentrismus und Menschenverachtung, ein Drama der Irrungen und Wirrungen mit vielen Nebenhandlungen, die wichtig sind fürs Verständnis. Schmunzeleffekte und positive Wendungen gleichen die Dramatik des Geschehens immer wieder aus, ohne dass die Spannung leidet. Am Schluss stehen die Bösen ziemlich dumm da – vielleicht gibt es ja doch so etwas wie ausgleichende Gerechtigkeit. Ein ausgesprochener Lesegenuss, der den Wunsch nach mehr weckt. Joachim Schwend


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