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Johannes Herwig (Text)/Alexandra Langenbeck (Ill.)

Johannes Herwig (Text)/Alexandra Langenbeck (Ill.)

Ein Fall für Ino. Der Inselschatz. Bamberg: Magellan 2026. 192 S., 16 €, ab 9 J.

Johannes Herwig (Text)/Alexandra Langenbeck (Ill.).

»Äh« – wer hätte gedacht, dass ein so universelles Zeichen von Ahnungslosigkeit ein so eloquentes Stilmittel abgeben würde, wie es in Johannes Herwigs neuem Kinderkrimi geschieht. Die Hauptfigur Ino geht herzlich offen mit den eigenen Wissenslücken um und gerät damit schnell zum Sympathieträger und zur Identifikationsträgerin für alle. Hilfreich dafür ist auch, dass Inos Geschlecht im gesamten Roman offengelassen wird. Zum Plot: Nachdem Inos Mama und Ino einen Urlaub auf einer kleinen Insel gewonnen haben, überschlagen sich die Ereignisse: Ino wird mit Merle, der Tochter der örtlichen Hotelbesitzerin, in ein Abenteuer verwickelt. Dieses umspannt die gesamte Insel. Anders als bei altbekannten Abenteuergeschichten (»Fünf Freunde« und Konsorten) geht es erfrischend realistisch zu. Die Kinder müssen Mut beweisen, aber ihre Gegenspieler sind weder die Mafia noch ausländische Geheimdienste. Merle bildet dabei das couragierte Gegenstück zur oftmals unsicheren Figur Ino, schließlich ist sie die erfahrene und ortskundige Anwohnerin. Durch Inos Augen lernen wir zusammen die Insel und alle Geheimnisse kennen – ergänzt durch liebevolle Schwarz-Weiß-Illustrationen von Alexandra Langenbeck. Wer bereits Texte von Herwig kennt, wird den gewohnten Stil in der Figurenrede und die Freude an Vergleichen wiedererkennen. Der Übergang zum Kinderbuchautor ist aber gut gelungen – das Buch eignet sich ausgezeichnet als spannende Sommerlektüre. Und deutet bereits an: Vielleicht hören wir von Ino in Zukunft noch mehr. Joachim Kern


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