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Sophie Morton-Thomas

Sophie Morton-Thomas

Das Nest. Aus dem Englischen von Lea Dunkel. Bielefeld: Pendragon 2025. 301 S., 22 €

Sophie Morton-Thomas.

An der Ostküste Englands ereignen sich Grausamkeiten um einen Wohnwagenpark. Die interessante Erzähltechnik entspinnt sich von den zwei zentralen Charakteren aus: einerseits Fran, Mutter eines zehnjährigen Sohnes, die den Wohnwagenpark leitet. Andererseits Tad, Mitglied einer Roma-Familie, die neben dem Wohnwagenpark ihre Wohnmobile aufgestellt hat. Zwischen den beiden Gruppen bildet sich eine Freundschaft, die zur Schicksalsgemeinschaft wird. Die beiden Erzählperspektiven ergänzen sich und bieten verschiedene Sichtweisen auf die Ereignisse. Fran ist begeisterte Hobbyornithologin und folglich vom Nest einer seltenen Zwergseeschwalbe fasziniert: »Eine Zwergseeschwalbe sitzt darin. Die Mutter. Sie wacht über ihre Eier. Der wunderschöne Anblick raubt mir fast den Atem und ich spüre Tränen in meinen Augen brennen.« Außerhalb des Nests gibt es weniger Idylle. Zwischen Frans Familie und der ihrer Schwester, die mit Partner und Tochter ebenfalls auf dem Campingplatz wohnt, kommt es zu Spannungen. Dann verschwindet die Lehrerin der Kinder und wird einige Tage später erschlagen aufgefunden. Der Verdacht fällt auf Ellis, Frans Schwager: Die Polizei ruft ihn zur Fahndung aus. Die Kinder finden immer wieder »Vögel. Kopflose Vögel.« Wer tötet und verstümmelt die Tiere? Eines Tages sind die Eier aus dem Nest der Zwergseeschwalbe verschwunden und Fran versinkt zunehmend in Depression und Verzweiflung: »Meine Beinahe-Kinder, die Zwergseeschwalben-Eier.« Tads Bericht am Schluss deckt auf, welche Hinter- und Abgründe hinter der Ermordung der Lehrerin, den toten Vögeln und den verschwundenen Eiern stecken. Das Ende bleibt offen. Die Übersetzung zeigt idiomatische Schwächen, das schmälert aber die Spannung und den Lesegenuss kaum. Anna Kow


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