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Han Kang (Text)/Jin Tae-Ram (Ill.)

Han Kang (Text)/Jin Tae-Ram (Ill.)

Han Kang (Text)/Jin Tae-Ram (Ill.): Donnerfee und Blitzfee. Aus dem Koreanischen von Ki-Hyang Lee. Berlin: Die Andere Bibliothek 2025. 32 S., 20 €

Han Kang (Text)/Jin Tae-Ram (Ill.).

Oft schildern Mythen die Entstehung von Naturphänomenen. »Donnerfee und Blitzfee« handelt vom Ursprung des Gewitters und ist ein Kinderbuch der südkoreanischen Literatur-Nobelpreisträgerin Han Kang. Darin erzählt sie von zwei kleinen Feen, die sich bei ihrer Arbeit im Himmelreich langweilen. Jeden Tag müssen sie zusammen mit ihren Kolleginnen Wolken weben und dabei lange Flügelgewänder und komplizierte Hochsteckfrisuren tragen. Gerne würden sie sich die Welt genauer ansehen, doch ein Ausreißversuch scheitert. Zur Strafe müssen sie einen riesigen Berg Wolken spinnen – danach dürfen sie gehen. In kurzen Röcken und ohne Kopfputz erkunden sie die Welt. Als sie sich an einem Regentag einmal langweilen, öffnen sie die beiden Kästchen, die sie bei ihrem Abschied von der obersten Fee erhalten haben. Darin liegen ein Silberzacken und eine Trommel. Was lässt sich damit wohl anstellen? Han Kang erzählt die Geschichte in schlichten, zeitgemäßen Worten. Ihre beiden Feen sind keine ätherischen Naturgeister, sondern verhalten sich wie Kinder, die lieber spielen möchten, statt fleißig zu sein. Ihr unerschrockener Umgang mit dem aufblitzenden Silberzacken und dem gewaltigen Trommelwirbel schafft für ängstliche Gemüter vielleicht eine neue Perspektive auf Gewitter. Ob nun furchtsam oder mutig: Die Illustrationen von Jin Tae-Ram erfreuen alle, die es zart und niedlich, aber ohne überflüssiges Beiwerk mögen. Fröhlich und neugierig purzeln ihre kleinen Feen durch die in warmen Farben leuchtenden Bilder. Andrea Kathrin Kraus


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