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James Blake

James Blake

Trying Times

Trying Times

»Trying Times« – selten lässt sich mit einem Albumtitel so treffend ein ganzes OEuvre zusammenfassen. James Blake, quasi der Erfinder des White-Boy-RnB, hat mit diesem Album nun schon den siebten Versuch der Selbstfindung unternommen. Das neue Album orientiert sich sichtbar am Vorgänger »Playing Robots into Heaven«. Hier eine Marvin-Gaye-Anspielung, da eine markante Hi-Hat, dann Clubsound der 2010er Jahre, ein bisschen Dubstep, ein bisschen Kid A, der obligatorische Rap-Part, dann wieder ruhigere, zurückgenommene Popsongs, die mehr untermalt als getragen werden von der leisen Falsettstimme Blakes. Kaum ein Popgegenwartskünstler versucht so laut und offenkundig aus so heterogenen Bereichen des künstlerischen Feldes zu collagieren – dass immer noch keine klaren Metalreferenzen zu erkennen sind, verwundert. Dennoch merkt man ihm häufig die Anstrengung an, die vielen Ideen und Referenzen zu einem homogenen Klangteppich zusammenzufügen. Zane Lowe sagte im Interview mit Blake zu diesem Album: »You’re as lost as you ever been in a great way.« Das Experimentieren ohne klares Ziel ist zum Status quo geworden und damit irgendwie auch zu Pop. Die Hits verstecken sich, herauszuheben sind eher starke Einzelelemente, wie etwa der epische Aufbau gleich im Opener »Walk out Music« oder der im Hintergrund gesungene Chorus »Death of Love« im gleichnamigen Song. Dennoch rauscht vieles auch ein bisschen durch und so richtig findet »Trying Times« erst im hinteren Teil etwas mehr zu sich, zum Beispiel in »Rest of your Life«, das als Antwort auf den Soundtrack des Films »The Happy Ending« aus dem Jahr 1969 fungiert. Liebe in Zeiten des Chaos – das ist laut Blake der thematische Aufhänger des Albums. Das Chaos beseitigt Blake nie so wirklich, aber vielleicht ist der Versuch auch schon viel wert. Jonas Fritzsche


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