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Josienne Clarke

Josienne Clarke

Far from Nowhere

Far from Nowhere

Von ihrem Solodebüt im Jahr 2010 über die Arbeit mit Ben Walker im Folk-Duo bis hin zu den jüngsten Eigenveröffentlichungen kommt die schottische Musikerin Josienne Clarke auf rund zwanzig Releases. Aber ihre jüngste Veröffentlichung ist alles andere als auf Nummer sicher produziert. Clarke gibt sich hier einer Verletzlichkeit hin, zog sich zurück in eine Waldhütte auf der Isle of Bute und ließ die Dinge geschehen. »Far from Nowhere« ist eine Momentaufnahme, perfekt in ihrer Unperfektion. Die Dielen knarzen und quietschen, man hört das Streichen der Finger auf den Nylonsaiten. Bei den Aufnahmen kam Clarke eine Bronchitis dazwischen. All das ist Teil dieser Aufnahme, auch weil Clarke Wert auf Vintage-Equipment legte. Das Ergebnis ist ruhig, fast schmerzhaft intim. Meist ist ihre Falsettstimme allein mit der Gitarre zu hören, hier und da mit einem zurückgenommenen Schlagzeug oder einem Drum-Computer, den ihr Mitstreiter Murray Collier bedient. »Far from Nowhere« ist ein Album, das aus Trotz heraus entstanden ist. Josienne Clarke verzweifelt an der Gesamtsituation der Welt, der Lage der Musikindustrie im Besonderen. Der Rückzug, die Konzentration aufs Wesentliche, war der einzige Ausweg. Das Resultat dieser Katharsis ist berührend, wunderschön und schenkt Hoffnung in der dunkelsten Stunde der Nacht. Lars Tunçay


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