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Kali Malone & Drew McDowall

Kali Malone & Drew McDowall

Magnetism

Magnetism

Fans des Genres wissen längst, dass es im Drone- und Ambient-Bereich mitunter wissenschaftlich zugehen kann. Auch »Magnetism«, die erste aufgezeichnete Kollaboration zwischen Kali Malone und Drew McDowall, stellt dabei keine Ausnahme dar. Den fünf Stücken, die sich in einer gut verdaulichen Dreiviertelstunde ausspielen, liegt die Technik der Karplus-Strong-Synthese zugrunde. Bei der werden synthetisch Töne erzeugt, die in Textur und Klang an Saiteninstrumente erinnern. Der Sound ist beeindruckend – weil die Illusion von Instrumenten mit metallischen Saiten oder von Glockenklängen entsteht, die aber nie ganz eindeutig einem uns bekannten Instrument zuzuschreiben sind. Ausgedehnte Töne ergänzen sich, reiben sich aneinander und verhallen, mal ungreifbar klar und himmlisch anmutend, dann wieder so dissonant, dass sie sich ineinanderzuätzen scheinen. Wer die Solo-Veröffentlichungen Malones und McDowalls anhört, erkennt sofort, wie hier zwei ganz individuelle künstlerische Stile gewinnbringend miteinander reagieren. Da sich die fünf Titel aufgrund ihres technischen Grundkonzepts klanglich stark ähneln, weder durch Tempo noch Rhythmus klar voneinander zu unterscheiden sind und das Album auch als Ganzes keine erkennbare innere Dramatik bietet, bleibt am Ende aber nur der Eindruck, einem ambitionierten ersten Versuch beigewohnt zu haben. Bleibt zu hoffen, dass Malone und McDowall sich noch öfter ins Labor begeben. Das Potenzial für einen großen Knall ist da. Jakob Semmer


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