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Kevin Morby

Kevin Morby

Little wide open

Little wide open

Kevin Morby lebt seit 2017 mit seiner Partnerin und versierten Musikerin Katie Crutchfield alias Waxahatchee in Kansas City und genießt die relative Ruhe im Vergleich zu seinem vorherigen Lebensmittelpunkt Los Angeles. Eine der ersten LPs, die er sich als Teenager kaufte und ausgiebig hörte, war »American Water« von den Silver Jews. Deren Mastermind, der leider viel zu früh verstorbene David Berman, ist nach wie vor ein Idol Morbys. Die Parallelen sind unverkennbar: Beide Songwriter liefern zahlreiche Zitate zum Einrahmen und haben eine prägnante Stimme sowie eine markante Ansprache in ihren Liedern. Auch die 13 Songs auf Morbys achtem Studioalbum haben – wie gewohnt – eine hohe Sogwirkung. Er mischt galant Country, Folk, Americana und Indie-Pop. Und schielt strukturell immer ein wenig Richtung Gospel, allerdings ohne die religiöse Komponente. Aaron Dessner von The National hat sich freiwillig für die Produktion angeboten und auch gleich musikalisch mitgewirkt. Das ist durchaus bemerkenswert, da dieser bereits Popgrößen wie Taylor Swift und Ed Sheeran produzierte und nicht gerade wenig Anfragen hat. Morby schreckt, wie schon auf den letzten Alben, nicht vor gelegentlicher Theatralik in den Höhepunkten zurück, was seiner Musik aber steht und sicher auch mit Dessners Einfluss zusammenhängt. Dessen Produktion lässt viel Luft, so dass sich Morbys wunderbare Stimme entfalten kann. Die ebenfalls bekannten Helden Morbys, Bob Dylan und Lou Reed, klingen auch auf »Little wide open« angenehm durch. Neuerdings fühlt man sich auch hier und da an Tom Petty erinnert. Kay Engelhardt


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