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Martin Lechner

Martin Lechner

Die Verwilderung. Salzburg: Residenz 2025. 389 S., 28 €

Martin Lechner.

»Einschlafen konnte ich immer erst, wenn der Käfig zugesperrt wurde.« Marlies ist 17 Jahre alt und in ihr wüten nicht nur die Launen ihrer Pubertät und die Wut über den schmarotzenden Liebhaber ihrer Mutter oder den Jungen, der sie ständig versetzt. Es lebt noch etwas anderes in Marlies und nach einem Autounfall beginnt dieses Etwas, sich in ihr zu rühren. Ihr linker Zeigefinger wird zu einer grässlichen Klaue, die ständig gegen ihren Willen zuckt, und als sie das erste Mal jemanden damit verletzt, verändert das alles. Martin Lechners Roman ist gespickt mit komplexen Bildern und spannenden Charakteren. Diese sind zwar oft in ihren Handlungen oder Motiven sehr einfach entwickelt, die Geschichte funktioniert trotzdem. Nur die Dialoge sind an manchen Stellen schwer verständlich, besonders Marlies handelt und spricht häufig auf eine Art und Weise, die nicht rational erscheint. Zugegeben: Rationales Denken gestaltet sich schwierig mit einer monsterhaften Kralle an der Hand, die ein Eigenleben entwickelt. »Die Verwilderung« ist der dritte Roman des in Berlin lebenden Lechner. Sein Debütroman »Kleine Kassa« stand auf der Longlist des Deutschen Buchpreises 2014. Marie Rosum


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