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Marty Supreme

Marty Supreme

USA 2025, R: Josh Safdie, D: Timothée Chalamet, Larry »Ratso« Sloman, Mariann Tepedino, 149 min

Fußball, Tennis, sogar Golf – über fast jeden beliebten (Breiten-)Sport gibt es einen Film. Tischtennis war bisher aber noch terra incognita. Das ändert sich nun mit »Marty Supreme«. Doch obwohl der Kampf um die Platte überaus dynamisch dargestellt wird, ist das Drama kein reiner Sportfilm, sondern zuvorderst das Porträt eines vielschichtigen Charakters mit Seitenhieben auf die gesellschaftlichen Machtstrukturen. Die fünfziger Jahre in New York: Marty Mauser ist Schuhverkäufer, eigentlich aber Tischtennis-Profi – schade nur, dass »Ping-Pong« noch eher belächelt wird und wenig Cash und Ehre bringt. Also muss der Dampfplauderer sich über viele Hürden quatschen, manipuliert meist charmant sein gesamtes Umfeld und verdreht nebenbei noch einem gealterten Filmstar den Kopf bzw. Hals. Das Ziel: Weltruhm als Sportler, Geschäftsmann – und Entertainer. Doch immer wieder trifft Mauser auf Hierarchien, meist ältere weiße Männer, die seinen wilden Ritt stoppen wollen. Timothée Chalamet spielt den sowohl geschliffen als auch böswillig argumentierenden Glücksritter mit trumpeskem Selbstvertrauen voller überquellender Energie. Kein Wunder, dass vor allem die Dialoge hin- und herpeitschen wie Topspin-Ballwechsel. Auch die Sport-Szenen versprühen diese oft noch unbekannte Dynamik des unterschätzten Tischtennis. Chalamet soll rund sechs Jahre dafür trainiert haben. Insgesamt eine furiose Demaskierung eines zwiespältigen Traumjägers, garniert mit treibender Musik, einigen skurrilen Szenen – und Werbung für eine fantastische Sportart. Markus Gärtner


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