anzeige
anzeige
Nürnberg

Nürnberg

USA/HUN 2025, R: James Vanderbilt, D: Rami Malek, Russell Crowe, Michael Shannon, 148 min

Filmschaffende haben sich vielfach an den Nachkriegs-Prozessen von Nürnberg abgearbeitet. Schließlich ist das Ende der Nazi-Diktatur gut dokumentiert. Bereits parallel zum Prozess 1948 entstand ein Dokumentarfilm. Die bekannteste Nacherzählung, der starbesetzte Gerichtsfilm »Das Urteil von Nürnberg« von Stanley Kramer, wurde 1962 mit zwei Oscars ausgezeichnet. Zuletzt gab es im vergangenen Jahr einen großen Fernsehfilm zum Thema. Nun also wieder Hollywood mit Russell Crowe als Hermann Göring. Was die Inszenierung von James Vanderbilt (»Der Moment der Wahrheit«) allerdings interessant macht, ist die Perspektive. Basierend auf bisher unveröffentlichten Dokumenten schildert der Journalist Jack El-Hai in seinem 2013 erschienenen Buch »Der Nazi und der Psychiater« die Begegnungen des Armeepsychiaters Douglas M. Kelley (Rami Malek) mit Hermann Göring, dem nach der Kapitulation ranghöchsten noch lebenden Nazi. Die Leinwandadaption ist von Crowe und Malek hervorragend gespielt, bis in die Nebenrollen glänzend besetzt und von Dariusz Wolski (»Napoleon«) stilvoll in Szene gesetzt. Allerdings mit bedeutungsschwangeren Blicken und großen Gesten alles andere als subtil erzählt. Woran auch Brian Tylers (»Avengers«) pathosgeladener Score einen großen Anteil hat. An der nach wie vor aktuellen Lehre des Stoffs ändert das freilich nichts. Lars Tunçay


Weitere Empfehlungen