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Portugal. The Man

Portugal. The Man

Shish

Shish

»I liked Portugal. The Man before they sold out«, druckte die Band aus Alaska schon 2017 auf ihre T-Shirts. Zu dem Zeitpunkt hatte sie gerade ihr Breakthrough-Album »Woodstock« und den Überhit »Feel it still« veröffentlicht, der ihr Platin-Status, Grammy-Auszeichnung und über eine Milliarde Streams auf Spotify bescherte. Die Band, die den größten Teil ihrer Karriere als experimentell-verspulte Indie-Nischen-Gruppe galt, rechnete damit, dass einige Fans ihr den Mainstream-Erfolg übel nehmen könnten. Was dann auch der Fall war. Der kommerzielle Erfolg war dabei natürlich nicht das Problem, sondern eher der Wechsel zu einem recht angepassten Pop-Sound. Entsprechend überrascht dürften nun wiederum viele der neugewonnenen Fans von der kürzlich veröffentlichten Platte »Shish« sein. Hier kehren Portugal. The Man zum experimentierfreudigen und freigeistigen Spirit ihrer Frühphase zurück und liefern das vielleicht waghalsigste Album seit ihrem 2007 erschienenen »Church Mouth«. Die Band glänzt auf »Shish« mit supersweeten, sonnigen Psych-Pop-Melodien und souveränen Grooves, die dann aber immer wieder von wütenden Hardcore-Punk-Einlagen oder chaotischen Prog-Rock-Passagen zersägt werden. Ein wenig vermisst man zwar den roten Faden, der diese wilde Gemengelage zusammenhält, sehr viel Spaß macht das Ganze aber auch so – oder wie es ein Subreddit-User formuliert: »This Album RIPS!« Yannic Köhler


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