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Tuxedo

Tuxedo

Tuxedo II

Tuxedo II

»No complaining, just champagning« – it’s party time, nicht nur für Frack- bzw. Anzugträger: Mayer Hawthorne und Jake One laden zur Gala für den Disco-Funk, und zwar ohne verschmitzte Zitierungen, wie Anderson .Paak es im Vorjahr machte. Auch nicht so kunstvoll geschickt mit Relevanz für heute wie Cool Million, die dafür den Jahrespreis der deutschen Musikkritik 2016 bekamen. Tuxedo bedienen sich der kürzesten Direktverbindung zum jeweiligen Original: »2nd time around«? Klingt nicht nur nach Shalamar (»The second time around«), sondern spiegelt deren SOLAR-Sound eins zu eins wider. »July«? Lebt ausschließlich von Rick James’ Huldigung an »Mary Jane«. Kein Sample-Raten ist nötig, kein Shazam-Antippen erforderlich, denn Tuxedo schreibt einfach irgendwie die Songs fort, welche die Discofunk- und Boogie-Ära geprägt haben – natürlich sperrt sich das Duo dafür freiwillig ein im analogen Klangkosmos der Dekade bis 1988. Dazz Band, Midnight Star, Lakeside, Dynasty, The Whispers – Künstler, die damals auch in den beiden innerstädtischen Tanztempeln »Eden« und »Schau(spiel)haus« die Spiegelkugel über den Floors antrieben. Tuxedo hätten als fehlendes Universal-Puzzlestück immer in die Sets der Schallplattenunterhalter Leipzigs gepasst. Doch 2017 sind die alle weit über fünfzig, und die »Ode an den Frack« von Tuxedo eine schöne Erinnerung – war ja nicht alles schlecht … Realistisch betrachtet ist »Tuxedo II« ein Oldie-Sampler für Endvierziger/50-Plusser, die im Elektromarkt noch CDs mitnehmen. Ein Fünf-Schiffchen-Sampler! Torsten Fuchs


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