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Wild Foxes

Wild Foxes

B/F 2026, R: Valery Carnoy, D: Samuel Kircher, Faycal Anaflous, Anna Heckel, 92 min

Camille ist ein junger, erfolgreicher Boxer und sensibler Held seines vor Testosteron strotzenden Multikulti-Teams an einem französischen Sport-Internat. Immer an seiner Seite: Der beste Kumpel Matteo. Nachdem Camille schwer verunglückt, ist bald darauf medizinisch eigentlich alles überstanden – es bleibt jedoch eine Art Phantomschmerz im Arm, der alles ändert. Denn Camille bekommt Panik-Attacken, kann (und will?) nun nicht mehr trainieren, kämpfen und siegen. Seine Teamkollegen sehen darin jedoch nur eine Ego-Show und wenden sich immer mehr ab. Für weitere Gefühlstaumelei bei Camillie sorgt Taekwondo-Schülerin Yas, die die sanfte Seite des Boxers hervorlockt. Als Camille schließlich bei einem sicheren Sieg für sein Team freiwillig aufgibt, wird selbst Matteo zu einem erbitterten Gegner. Das Coming-of-Age-Drama zeigt nicht nur den Kampf mit den Kontrahenten, sondern vor allem mit archetypischen Rollenmustern von Männern: Schmerz verleugnend, erfolgs- und selbstversessen, gewaltgesteuert, dominant. Vor allem Hauptdarsteller Samuel Kircher (»Im letzten Sommer«) zeigt diese inneren Bruchlinien überzeugend. Dass der titelgebende Fuchs immer wieder als Leitmotiv auftaucht, ist zwar ein roter Faden – aufgrund der vielschichtigen Symbolik des Tieres bleibt diese für den Film aber auch etwas nebulös. »Wild Foxes« ist trotzdem sehenswert – auch wenn der letzte dramaturgische Punch fehlt. Markus Gärtner


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