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Editorial

Der Oktober-kreuzer ist da!

Das Editorial

  Der Oktober-kreuzer ist da! | Das Editorial  Foto: kreuzer

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»Arbeitslos in Grönland, das muss schrecklich sein

Das viele Eis und die ganze Zeit allein.«

– Rainald Grebe, am 6.10. im (ausverkauften) Werk 2


Da radelt man fröhlich durch die Stadt, von der Feinkost zur Festwiese, von dort zum Kino der Jugend, freut sich, dass einen am Listplatz der abbiegende Bus nicht umgefahren hat und hält in Connewitz sogar den Arm raus beim Abbiegen. Alles wie immer, könnte man meinen. Aber auf einmal winken einen im Dunkeln zwei hell erleuchtete Garagen mit geöffneten Armen, äh Toren heran. Auf dem Dach der einen Garage sitzt Rainald Grebe am Klavier, neben ihm sein Gitarrist Marcus Baumgart vor einer alten Stehlampe. Grebe krächzt: »Reich mir mal den Rettich rüber«, von unten lauschen ein paar ehemals 30-jährige Pärchen. Ist das hier ein Traum? Oder dieses »Leipzig in den Neunzigern«, von dem wir spät Zugezogenen oder Geborenen schon so viel gehört haben? Darf ich noch ein bisschen bleiben?

Schon seltsam, da gab es dieses große Garagenprojekt letztes Jahr in Chemnitz, vorher schon die von der Stadt Leipzig in Auftrag gegebene Garagenstudie und zuletzt auch unsere Garagen-Titelgeschichte im August – aber den Aspekt »Garagendach als Bühne« haben alle ignoriert. Gut, dass Christoph Busse ihn bedacht hat, als er nun sein Garagen-Buch in Connewitz mit Fotos an der Wand, Getränken in der Hand und Herrn Grebe auf dem Dach feierte. Dass praktisch zeitgleich die Gruppe Kraftklub vor der Festwiese dem verdammten Onlinehandel ein Schnippchen schlug, rundet die Sache in meinen Augen sehr gut ab.

Klar, Sie merken es selbst, von Rainald Grebe und Kraftklub kommen wir ganz zwangsläufig zum Thema Jazz. Also zu diesem Heft in Ihren Händen, jenem kreuzer, der sich anlässlich der 50. Leipziger Jazztage mal etwas umfangreicher dieser zerstörerischen Musik widmet (s. S. 20). Natürlich finden Sie im Oktober aber auch das Dokfilm-Festival (s. S. 41) und den Literarischen Herbst (s. S. 66) im Leipziger Stadtmagazin Ihres Vertrauens, außerdem ausführliche Interviews mit dem jungen Leipziger Musiker Yung Pepp (s. S. 32) und Lydia Schubert, die neuerdings nicht nur Verwaltungsdirektorin, sondern auch geschäftsführende Intendantin der Oper ist (s. S. 58). Unser Sportredakteur Jan Müller hat für Sie die Kraftsportplätze dieser Stadt getestet (s. S. 76) und …

Als ob das alles nicht schon mehr als genug wäre, legen wir ohne einen Cent Aufpreis noch zwei Hefte extra obendrauf! Denn: Keine Buchmesse ohne unser logbuch und kein neues Studienjahr ohne unser uboot!


BENJAMIN HEINE

chefredaktion@kreuzer-leipzig.de


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