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Kultur

Dystopien

Die Kinotipps der Woche

  Dystopien | Die Kinotipps der Woche  Foto: 1991 Twentieth Century Fox

Nach dem kreuzer-Klassiker im September folgt gleich der Oktoberklassiker: »The Commitments« ist ein mitreißender Musikfilm von Alan Parker mit einem tollen Ensemble und einem großartigen Soundtrack. Nach einem Roman von Roddy Doyle erzählt der Film die Geschichte des idealistischen jungen Musikfans Jimmy Rabbitte, der den Soul ins trostlose Dublin bringen will. Er versammelt einen bunt zusammengewürfelten Haufen von Musikern aus der Arbeiterklasse und gründet die Commitments.



»The Commitments«: 7.10. 19:00, Luru-Kino in der Spinnerei (kreuzer-Klassiker, OmU)

Corpus Delicti
D  2026, R: Lena Stahl, D: Hannah Herzsprung, Damian Hardung, Alexander Fehling, 100 Min.


Freiheit und Sicherheit sind zwei gesellschaftliche Ziele, die immer wieder für Diskussionen sorgen. In der nahen Zukunft, die die Schriftstellerin Juli Zeh in ihrem Roman »Corpus Delicti« entwirft, wurde zugunsten der Sicherheit auf Freiheit verzichtet. »Die Methode« beherrscht das Leben der Menschen, ein Regelwerk, das als unfehlbar gilt. Verbrechen sind ein Relikt der Vergangenheit. Wer aus diesen Regeln ausbricht, wird drakonisch bestraft. Mia Holl (Hannah Herzsprung) opfert ihr Leben voll und ganz der Methode. Ihr Bruder Moritz (Damian Hardung) will auf seine Freiheit nicht verzichten. Als er des Mordes an einer Frau bezichtigt wird, beginnt auch Mia an der Methode zu zweifeln.
Das Konzept eines dystopischen Überwachungsstaat ist nicht neu, wird in der Adaption von »Corpus Delicti« aber überzeugend um- und eindrucksvoll in Szene gesetzt. Hannah Herzsprung (»Vier Minuten«) überzeugt in der Wandlung von der Devoten zur Zweiflerin. Die übrigen Figuren sind allerdings flach und die Inszenierung schlägt mitunter über die Stränge. »Corpus Delicti« ist durchaus spannendes Unterhaltungskino. Zu mehr fehlt es an Tiefe.

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»Corpus Delicti«: ab 1.10., Passage-Kinos, Cineplex, Regina-Palast




Digger
USA/MEX/GB 2026 R: Alejandro G. Iñárritu, D: Tom Cruise, Riz Ahmed, John Goodman, 128 min

Der oscarpämierte Regisseur Alejandro G. Iñárritu (»Children of Men«) kehrt mit einer zeitgemäßen Satire zurück, in der Tom Cruise die Titelrolle spielt. Der mächtigste Mann der Welt begibt sich auf eine verzweifelte Mission, um zu beweisen, dass er der Retter der Menschheit ist, bevor die von ihm ausgelöste Katastrophe alles zerstört. Cruise spielt an der Seite des Oscarpreisträgers Riz Ahmed, John Goodman, der Oscarnominierten Sandra Hüller, Michael Stuhlbarg und des Oscarnominierten Jesse Plemons.
Iñárritu führte Regie nach einem Drehbuch, das er gemeinsam mit den Oscar-Preisträgern Alexander Dinelaris und Nicolás Giacobone sowie Sabina Berman verfasst hat; die Geschichte stammt von Berman, Iñárritu und Jez Butterworth. Der Film wurde produziert von Iñárritu, der Oscar-Nominierten Mary Parent und Cruise. Als ausführender Produzent fungierte Joshua Grode.

»Digger«: ab 1.10., Passage-Kinos, Cinestar, Cineplex, Schauburg, Regina-Palast


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Frau Winkler verlässt das Haus

D 2026 R: Doris Dörrie, D: Angela Winkler, Laura Tonke, Josef Ellers, Via Jikeli, Eugene Boateng, 112 Min

Frau Winkler stürzt und wird zum Pflegefall. Ihre Tochter ist mit der Pflege überfordert und engagiert einen Pflegeroboter, mit dem sich Frau Winkler nach anfänglichem Widerstand gut versteht. Er kümmert sich perfekt und unterhält sie – allerdings soll er sie auch umbringen, wenn es ihr noch schlechter geht.
»Frau Winkler verlässt das Haus« entstand unter der Regie von Doris Dörrie, die auch das Drehbuch geschrieben hat. Für die Kamera ist Leah Striker, für das Szenenbild Bernd Lepel und für das Kostüm Sabine Keller verantwortlich. In der Hauptrolle ist eine Ikone des deutschen Films zu sehen. Angela Winkler liefert in der Titelrolle eine der unvergesslichsten Leistungen ihrer Karriere. An ihrer Seite zu sehen sind unter anderem Laura Tonke und Josef Ellers.


»Frau Winkler verlässt das Haus«: ab 1.10., Passage-Kinos, Kinobar Prager Frühling, Schauburg, Regina-Palast



Vika! 


PL/D/FIN 2023, Dok, R: Agnieszka Zwiefka, 74 min



Dokumentarfilm über eine 84-Jährige, die als DJ in Warschauer Clubs auflegt.

Polnisches Institut, 01.10., 19:00 (mit Gästen, Eintritt frei, Internationalen Tag der älteren Menschen)

Heart of Light – Eleven Songs for Fiji


D/F 2026, R: Cynthia Beatt, D: Tilda Swinton, Talei Draunibaka, Simon Fisher Turner, 166 min




Iona kehrt nach Jahrzehnten auf die Fidschi-Inseln zurück. Die Reise wird zu einer Suche nach Zugehörigkeit, Identität und Verständnis. Der Film verbindet ethnografische Beobachtungen, persönliche Erinnerungen und fiktionale Passagen zu einem poetischen Filmessay.


Schaubühne Lindenfels, 03.10., 18:30 (mit Filmgespräch)


100 Tage autark


D 2026, Dok, R: Lukas Augustin, 123 min




Johannes Mickenbecker versucht in seinem Doku-Experiment, 100 Tage lang ohne Supermarkt, Strom und andere moderne Versorgungssysteme auszukommen.

Kinobar Prager Frühling, 03.10., 17:00

Die Abenteuer des Prinzen Achmed 


D 1926, R: Lotte Reiniger, Karl Koch, 65 min




Ein atemberaubend schönes Märchen nach Motiven aus 1001 Nacht und der erste abendfüllende Trickfilm der Filmgeschichte.

Musikinstrumentenmuseum der Universität Leipzig, 03.10., 16:00 (Kinoorgel live mit Clemens Lucke)

Chihiros Reise ins Zauberland


J 2001, R: Hayao Miyazaki, 125 min



Eines der schönsten Meisterwerke aus dem Anime-Studio Ghibli: Die kleine Chihiro wird in eine seltsame Parallelwelt voller merkwürdiger Wesen und Gottheiten hineingezogen. Dort versucht sie, ihre Eltern von einem Fluch zu erlösen, der sie in Schweine verwandelt hat.

Schaubühne Lindenfels, 04.10., 11:30 (Waffel-Kino)

Rodychi – Verwandte


UKR 2026, R: Andrii Chereshnya, D: Nazar Zadniprovskyi, Halyna Kornieieva, Oleksandr Yarema, 90 min



Als die Familie zum 80. Geburtstag der Großmutter erscheint, haben alle Mitglieder nur eines im Sinn: ihr zu schmeicheln und sich den größten Teil des Erbes zu sichern, sobald die Oma tot ist.

Cinestar, 04.10., 11:40 (OmeU)

Suspiria


I/D 1977, R: Dario Argento, D: Jessica Harper, Stefania Casini, Miguel Bosé, 97 min



Eine amerikanische Ballettschülerin wird an ihrer Schule in Deutschland mit grauenvollen Ereignissen konfrontiert.

Passage-Kinos, 04.10., 20:30 (OmU, Sunday Séance)

Alte Liebe 


D 2026, R: Andreas Dresen, D: Dagmar Manzel, Joachim Król, 110 min

Andreas Dresen erzählt einfühlsam und mit einem tollen Darstellerpaar in der Hauptrolle von einer Beziehung, die in die Jahre gekommen ist.

Passage-Kinos, 09.10., 20:15 (Premiere mit Regisseur)

Anna & Oma


D 2025, Dok, R: Ellen Rudnitzki, 86 min

Die 25-jährige DJane Anna Bahß interessiert sich für das Leben ihrer 73-jährigen Großmutter Ingrid Bahß – eine Fotografin mit bewegter DDR-Vergangenheit.

Zeitgeschichtliches Forum

, 05.10., 19:00 (Eintritt frei, Film und Gespräch)

Beasts of the Southern Wild


USA 2012, R: Benh Zeitlin, D: Quvenzhané Wallis, Dwight Henry, Levy Easterly, 92 min



Die wundersame Reise der kleinen Hushpuppy, die sich den Monstern der Realität mit ihrer Fantasie stellen muss. Der Arthouse-Erfolg wurde 2012 zum Gewinner in Sundance.

Passage-Kinos, 09.10., 20:00 (mit psychoanalytischer Betrachtung, OmU, Psychoanalyse trifft Film)

Die Commitments 


USA/GB/IRL 1991, R: Alan Parker, D: Colm Meaney, Glen Hansard, Angeline Ball, 117 min



Der junge Musikfan Jimmy Rabbitte will den Soul ins trostlose Dublin bringen. Er versammelt einen bunt zusammengewürfelten Haufen von Musikern aus der Arbeiterklasse unter dem Namen »The Commitments«. Mitreißender Musikfilm von Alan Parker mit tollem Soundtrack; nach einem Roman von Roddy Doyle.

Luru-Kino in der Spinnerei, 07.10., 19:00 (kreuzer-Klassiker, OmU)

Die Flüsterer


D 2005, Dok, R: Christian Beetz, David Bernet, 80 min

Der Dokumentarfilm beleuchtet die oft unsichtbare Arbeit von Konferenz- und Simultandolmetschern in Politik, Wirtschaft und Justiz.

Neues Rathaus, 07.10., 19:00 (im Rahmen der Ausstellung »Ein Prozess – Vier Sprachen«)

Die Blechtrommel 


PL/D/F 1979, R: Volker Schlöndorff, D: David Bennent, Angela Winkler, Mario Adorf



Die oscargekrönte Günther-Grass-Adaption von Volker Schlöndorff um den kleinen Oskar, der gegen die Nazis antrommelt.

Passage-Kinos, 05.10., 19:30 (Literatur trifft Film)
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Hard Boiled 


HKG 1992, R: John Woo, D: Chow Yun-Fat, Tony Leung Chiu-Wai, Teresa Mo, 130 min



John Woos brutalem Krimi über Undercover-Cops in der Hongkonger Unterwelt wird eine Wiederaufführung spendiert.

Cineding, 09.10., 19:00 (OmU, Reihe Zeitlos)

Heimsuchung 


D/F 2026, R: Volker Schlöndorff, D: Lars Eidinger, Martina Gedeck, Susanne Wolff, 118 min

Anhand dreier Familien, die an einem märkischen See nahe Berlin leben, zeigt Volker Schlöndorff die Wandel deszwanzigsten Jahrhunderts von der Nazizeit bis zum Ende der DDR.

Passage-Kinos, 

08.10., 20:00 (Premiere mit dem Regisseur)

München 1972 – 8 berühmte Regisseure sehen die Spiele der XX. Olympiade 


USA/D 1973, Dok, R: Arthur Penn, Miloš Forman, Claude Lelouch u. a., 110 min



Acht international renommierte Regisseure erhielten den Auftrag, jeweils einen eigenen, künstlerischen Blick auf die Olympischen Spiele zu entwickeln. Statt einer klassischen Sportreportage entstand ein Episodenfilm, in dem jeder Regisseur einen bestimmten Aspekt der Spiele hervorhebt.

Luru-Kino in der Spinnerei

, 05.10., 20:00 (Luru Archiv – 35 mm Doppel)

Wet Dreams


D/NL 1974, R: Nicholas Ray, Max Fischer u.a., 89 min


Experimenteller Episodenfilm mit neun surrealen, satirischen und avantgardistischen Episoden.

Luru-Kino in der Spinnerei

, 05.10., 20:00 (Luru Archiv – 35 mm Doppel)

Pans Labyrinth 


E/MEX 2006, R: Guillermo del Toro, D: Doug Jones, Sergi López, Álex Angulo, 120 min




Zum 20. Geburtstag kommt Guillermo del Toros meisterhaft düsteres Märchen für Erwachsene erneut auf die Leinwand.

Cinestar, 06.10., 19:30 (Best of Cinema)
; Cineding, 06.10., 20:00 (Best of Cinema);
Regina-Palast, 06.10., 20:00 (Best of Cinema)
; Cineplex, 06.10., 20:00 (Best of Cinema)

​Queen in Budapest 


GB/HUN 1987, R: János Zsombolya, 97 min



Die komplette Budapest-Show der berühmten Magic Tour 1986, der letzten Tournee von Queen mit Sänger Freddie Mercury.
Tampopo 
J 1985, R: Juzo Itami, D: Ken Watanabe, Koji Yakusho, Tsutomu Yamazaki, 114 min

Ost-Passage-Theater, 07.10. 20:00 (OmU)
Die junge Witwe Tampopo führt eine Suppenküche in Tokio und ist nicht gerade für die Qualiät ihres Essens bekannt. Als der etwas kauzige Fernfahrer Goro ihre Suppe probiert, wagt er vorsichtig Kritik – und bald machen sie sich gemeinsam daran, das Geheimnis der perfekten Suppe zu lüften. Ein intelligenter, satirischer, umwerfend witziger Film um Essen, Erotik und die japanische Gesellschaft.

Cineplex, 07.10. 19:30 (In Concert), 20:00, Regina-Palast, 07.10., 19:30



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