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Kultur

Endlich Doktober!

Die Kinotipps der Woche

  Endlich Doktober! | Die Kinotipps der Woche  Foto: Filmstill »Die andere Seite«/ Trimafilm

Der Doktober ist da: Am Montag beginnt Leipzigs Internationales Festival für Dokumentar- und Animationsfilm mit Ina Borrmanns »Guten Abend, Du Schöne«, der auch gleichzeitig Auftakt der Reihe »Fokus Ost« ist. Das 69. Dok Leipzig will mit der neuen Sektion »Positions« den Austausch fördern. Die Retrospektive läuft unter dem Titel »Kino und Kampf. Lateinamerika zwischen Ost und West«. In der Hommage Dokumentarfilm werden die Werke von Helena Třeštíková gewürdigt. Die Hommage Animationsfilm geht an das norwegische Animationsstudio Trollfilm. Der kreuzer begleitet das Festival wie immer online mit dem Dokblog mit Berichten, Interviews und Rezensionen.

»69. Dok Leipzig«, 26.10.-1.11., Cinestar, Passage-Kinos, Schaubühne Lindenfels u.a.


Film der Woche:

Die andere Seite
D/AT 2026 R: Mariko Minoguchi, D: Nina Hoss, Precious Mariam Sanusi, Barbara Petritsch, Cigdem Teke, 106 Min.

Wie ein scheues Tier steht Hanna im Wald, häutet einen Hasen und hält dabei immer wieder inne, um nach Geräuschen zu lauschen. Als sie Schüsse hört und Hundegebell, packt sie hastig alles zusammen und flieht. Durch den Wald, den Hang hinauf, doch der Hund ist ihr auf den Spuren und erst als sie sich ihrer Beute entledigt, lässt er von ihr ab. Der schmerzhafte Verlust ist spürbar, noch schmerzhafter allerdings der Stock, der sich in ihren Unterschenkel gerammt hat, den sie unter Tränen entfernt, die Wunde desinfiziert und näht. Es geht um alles – das wird auch ohne Worte schnell klar in Mariko Minoguchis (»Mein Ende. Dein Anfang.«) zweitem Spielfilm. Das existentialistische Drama entfaltet sich langsam. Es gibt einen hochansteckenden Virus, der die Menschheit dezimiert. Die Gesellschaft ist überfordert und reagiert radikal. Hanna war Ärztin und ist jetzt Ausgestoßene, da sie den Erreger in sich trägt. Über rund zwei Stunden entspinnt sich ein Kampf ums Überleben in der Wildnis der Alpenregion. Die traurigen Augen von Nina Hoss zeugen vom Leid, dass sie gesehen haben. Endzeitdramen rund um tödliche Viren hat es schon viele im Kino gegeben, aber selten wurde das Szenario so trostlos geschildert. Zumal die eindrucksstarken Bilder im Post-Corona-Zeitalter eine zusätzlich bedrückende Realität erfahren.

»Die andere Seite«: ab 22.10., Passage


Our Girls
AT/B/NL 2026 R: Mike van Diem D: Thekla Reuten, Noortje Herlaar, Fedja van Huêt, Valentijn Dhaenens, 100 Min.

Als ihre jugendlichen Töchter in einen dramatischen Unfall verwickelt werden, ändert sich das Leben zweier Familien grundlegend. Aus Verbundenheit und Freundschaft entwickeln sich Misstrauen und Entfremdung. Mit exakter Beobachtungsgabe und einem starken Gespür für die Emotionen seiner Figuren orchestriert Mike van Diem eine pointierte Mischung aus Familiendrama und Gesellschaftssatire.

»Our Girls«: ab 22.10., Luru-Kino in der Spinnerei


»Chopin – Eine Sonate in Paris«
P/F R: Michał Kwieciński D: Eryk Kulm, Joséphine de La Baume, Victor Meutelet 114 Min.
Paris, 1835. Aufruhr herrscht in Europa. Frédéric Chopin ist 25 und der Star der Stadt. In Salons und bei Soireen wird er gefeiert und vom König verehrt. Er gilt als musikalisches Genie, das mit sensibler Virtuosität mehr bewegt als andere mit donnerndem Pathos. Doch hinter dem strahlenden Glanz verbergen sich Schatten: Chopins Gesundheit ist fragil und seine Musik – kühn, raffiniert, poetisch – zeigt eine Seele, die schwermütiger ist, als er offenbart, inspiriert von der Sehnsucht nach seiner polnischen Heimat. Chopin verliebt sich in die Schriftstellerin George Sand, eine unkonventionelle, scharfzüngige und furchtlose Stimme ihrer Zeit. Mit ihr erlebt er kreative Höhenflüge und schmerzhafte Krisen. Doch seine Gesundheit schwindet und die resultierende Abgeschiedenheit schlägt dem Melancholiker aufs Gemüt. Je schwächer sein Körper wird, desto entschlossener wird sein musikalischer Wille. In den späten Nocturnes und Klaviersonaten bündelt Chopin alles, was ihn ausmacht – Sehnsucht, Stolz, Verletzlichkeit und eine künstlerische Freiheit, die ihrer Zeit weit voraus ist.

»Chopin – Eine Sonate in Paris«: ab 22.10., Passage-Kinos, Schauburg


Weitere Filmtermine der Woche

Unruh
CH 2022, R: Cyril Schäublin, D: Clara Gostynski, Alexei Evstratov, Monika Stalder, 93 min

Ein Dorfkosmos im letzten Drittel vor der Jahrhundertwende: Vor idyllischer Bergkulisse treffen anarchistische Ideen auf die beginnende Industrialisierung.

​Raum der Zeit, 22.10. 19:00 (Reihe »Ins Handeln Kommen III« mit anschließendem Gespräch über anarchistische Praxen, Eintritt frei, OmdU)
​

EOFT − European Outdoor Film Festival

Größte Outdoor-Filmtour Europas mit Extremsportdokus aus aller Welt.

​Werk 2, 22.10. 19.30 Uhr, 23.10., 19.30 Uhr


Au revoir les enfants − Auf Wiedersehen, Kinder 
F 1987, R: Louis Malle, D: François Berléand, Philippe Morier-Genoud, Raphael Fejtö, 101 min

Frankreich 1944. Neugierig beobachtet Julien die drei neuen Mitschüler. Vor allem ist er von Bonnets geheimnisvoller Art fasziniert. Die Neugier ist berechtigt − Bonnet ist Jude. Ein Geheimnis, das zu einer behutsamen Freundschaft führt.

​Bibliothek Gohlis, 26.10., 19 Uhr (Tacheles)
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Biermann 
D 2026, Dok, R: Jens Meurer, 120 min

Dokumentarfilm von Jens Meurer über den Liedermacher, Dichter und DDR-Dissidenten Wolf Biermann.

​Passage-Kinos, 24.10., 20 Uhr (Premiere mit Gast)
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Climax 
F/B/USA 2018, R: Gaspar Noé, D: Sofia Boutella, Romain Guillermic, Souheila Yacoub, 95 min

Ein aberwitziger Trip in menschliche Abgründe, blutig, böse und bisweilen schwer zu ertragen – virtuoses Kino für Hartgesottene.

​Schaubühne Lindenfels, 26.10., 21 Uhr (Apero Kino, OmeU)
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Der Todesking
D 1989, R: Jörg Buttgereit, D: Mark Reeder, Michael Krause, Hermann Kopp, 74 min

Authentische Momentaufnahmen der Entfremdung, des Leidens des Sterbens in sieben Episoden, untermalt von traumhaft schöner Musik.

​Cineding, 30.10., 19 Uhr (Reihe Grenzgänger – Halloween Special)
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Dorfdisco – Saturday Night Fever auf dem Land
D 2026, Dok, R: Sven Hecker, Gregor Streibe, 53 min

Der Dokumentarfilm widmet sich der Bedeutung von Dorfdiscos als Treffpunkte, Freiheitsräume und kulturelle Zentren des ländlichen Nachtlebens.

​Theater der Jungen Welt, 29.10., 18 Uhr (Filmvorführung mit anschließendem Gespräch)
​

Filmriss Filmquiz 

Seit 2009 präsentiert kreuzer-Redakteur Lars Tunçay gemeinsam mit André Thaetz das Leipziger Filmquiz. Nach der Sommerpause gibt es wieder monatlich in der Moritzbastei Fragen, Clips und Preise rund um Filmklassiker und aktuelle Kinohighlights.

​Moritzbastei, 28.10., 20 Uhr
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Hass 
F 1995, R: Mathieu Kassovitz, D: Vincent Cassel, Said Taghmaoui, Hubert Kounde, 93 min

Eindringliche, schonungslose Studie zum Leben von Jugendlichen und zu Gewalt in einer Pariser Trabantenstadt.

​Ost-Passage-Theater, 28.10., 20 Uhr (OmU)
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In My Words
USA/D 2026, Dok, R: Viktor Witkowski, 72 min

Anhand von Gesprächen mit seiner Großmutter Janina und deren Tochter Dana rekonstruiert der Film persönliche Erinnerungen, familiäre Erfahrungen und die deutsch-polnische Geschichte der Region.

​Polnisches Institut, 30.10., 17.30 Uhr (Eintritt frei, OmU)
​

La bola negra
E/F 2026, R: Javier Calvo, Javier Ambrossi, D: Guitarricadelafuente, Miguel Bernardeau, Carlos González, 159 min

Von der Zeit vor dem Spanischen Bürgerkrieg über die Franco-Diktatur bis in die Gegenwart erzählt der Film die miteinander verbundenen Geschichten von drei schwulen Männern in Spanien. Es geht um Liebe, Begehren, Ausgrenzung, Erinnerung und die Nachwirkungen der Vergangenheit.

​Passage-Kinos, 28.10., 20.30 Uhr (OmU, QueerBLICK)
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Perfect Days 
J/D 2023, R: Wim Wenders, D: Kôji Yakusho, Min Tanaka, Tokio Emoto, 123 min

Einfach wundervoller Film über einen Toilettenreiniger in Tokio, der in den einfachen Dingen das Wundervolle sieht.

​Grassi-Museum für Angewandte Kunst, 27.10., 18 Uhr (Architektur im Film)
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Prevenge 
GB 2016, R: Alice Lowe, D: Alice Lowe, Dan Renton Skinner, Jo Hartley, 88 min

Die Witwe Ruth ist sieben Monate schwanger, als sie sich im Glauben, von ihrem ungeborenen Baby geleitet zu werden, auf einen mörderischen Amoklauf begibt, bei dem jeder, der ihr im Weg steht, dran glauben muss.

​Cinémathèque, 24.10., 20 Uhr (OmeU)
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Rascal does not Dream
J 2023, R: Sôichi Masui

Doppelte Anime-Adaption der Mangareihe von Hajime Kamoshida rund um den Highschool-Schüler Sakuta Azusagawa.

Cineplex, 27.10., 20 Uhr (Anime-Night)

Shorts Attack: The Kids Are Alright

Kids, Action, erste Liebe: Acht Filme in 90 Minuten.

​Schaubühne Lindenfels, 25.10., 18.15 Uhr


The Rocky Horror Picture Show
USA 1975, R: Jim Sharman, D: Tim Curry, Susan Sarandon, Barry Bostwick, 100 min

Absoluter Kult-Klassiker mit Tim Curry als wahnsinniger Wissenschaftler Frank N. Furter mit einer Vorliebe fürs Crossdressing.

​Cineplex, 30.10., 22.30 Uhr (OV)
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Twilight – Biss zum Morgengrauen
USA 2008, R: Catherine Hardwicke, D: Kristen Stewart, Robert Pattinson, Taylor Lautner, 130 min

Auftakt der insgesamt fünfteiligen Mystery-Schnulzen-Reihe nach den Büchern von Stephenie Meyer.

​Passage-Kinos, 25.10., 16 Uhr (Strickkino)


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