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Steile These

»10 oder 20 Halden« von Emerson Culurgioni

  Steile These | »10 oder 20 Halden« von Emerson Culurgioni  Foto: Werkleitz Gesellschaft

Ein Heimatfilm aus Ostdeutschland, genauer gesagt über Mansfeld in Sachsen-Anhalt und die Region. Eine grüne Landschaft, viele Weiden, Natur, wenn man so will. Und dann diese menschengemachten Berge, die alles überragen. Wer schon einmal durch die Gegend gefahren ist, dem werden diese Hügel bis Berge in Erinnerung geblieben sein. Halden, Abraum aus dem Bergbau, vor allem Kupfer. Ausgebuddelt, abgelegt und vergessen. Und jetzt prägen sie das Gebiet. Wohin man schaut, irgendwo ist eine Halde. Hinter dem Einfamilienhaus, hinter dem Sportplatz, neben den Straßen und Wegen. Dazu eine Erzählung wie ein Essay. Der Sprecher, der gleichzeitig der Autor ist, erzählt die Sage des Landes, verwoben mit der Industrialisierung und schließlich mit seiner eigenen und der europäischen Geschichte. Beim Schauen schafft man es aber nicht, die Verbindung zu den Orten aufzubauen. Wie für eine zusätzliche Prise Lokalkolorit knattert zweimal eine Simson-Gang durch die Haldenlandschaft. Wo kommen sie her, wo wollen sie hin, nichts wird erzählt. So wirkt der Film wie für Eingeweihte gemacht, die dabei sagen können „Genau so ist es!“. Für Außenstehende sind die Halden zu weit entfernt, zu entrückt. Der Sprechertext assoziiert vor sich hin, nimmt aber nicht mit. 

Schließlich will der Film ein Bild der Region zeigen und die Möglichkeit der Koexistenz von Lokalpatriotismus und progressivem Denken zeigen. Gleichzeitig werden aber mindestens fragwürdige Gedanken über Nationalismus geäußert. Was hätten »die Italiener« (die Familie des Autoren stammt aus Italien) mit der Region gemacht, wie sind »die Deutschen« damit umgegangen? Heimatliebe sei auch ohne Faschismus möglich, das zeige der Abwehrkampf der Ukrainer. Und in Deutschland könne man nicht unkritisch stolz auf das Land sein, man müsse sich lokal mit der Geschichte auseinander setzten. Letzteres ist mit Sicherheit richtig, aber das gilt doch für andere Länder genauso. Erst wird ein regionaler Geist beschworen, um dann doch wieder die ganze Nation in einen Topf zu werfen. Der Film liefert Anstöße, sich mit der Schönheit und dem Schrecken der eigenen Heimat auseinander zu setzen, aber er schafft es nicht, die Halden wirkungsvoll in einen größeren Kontext zu setzen. Und, so beeindruckend die Halden auch aus der Nähe sind, nach einer halben Stunde Halden hat man sich auch wirklich daran sattgesehen. ALEXANDER BÖHLE


»10 bis 20 Halden«

EmersonCulurgioni

Fokus Ost

Dokumentarfilm

Deutschland 2026

27 Minuten

Deutsch

Untertitel: Deutsch,Englisch

Weltpremiere


01.11.2026 11:00 Uhr CineStar 2

​​https://www.dok-leipzig.de/film/10-bis-20-halden/programm​


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