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Der Heimatlose

Der Heimatlose

D 2026, R: Kai Stänicke, D: Paul Boche, Philip Froissant, Emilia Schüle, 122 min

Bereits mit den ersten Bildern seines Spielfilmdebüts macht Kai Stänicke klar: Die Ereignisse der folgenden zwei Stunden sind inszenierte Realität. Die Häuser nur Fassade, dahinter offene, eingerichtete Räume vor den grünen Hügeln der Insel Norderney. Ein Ensemble von Dorfbewohnern tummelt sich davor, als Hein nach 14 Jahren in seine Heimat zurückkehrt. Damals zog er aufs Festland, um der Enge des Insellebens zu entfliehen und sein Glück zu suchen. Er fand aber schließlich nur die Sehnsucht nach der Heimat, die er gleichermaßen verabscheut. Nun ist er also wieder da, trifft auf seine erwachsene Schwester, die demente Mutter, seinen Freund Friedemann und die ihm Angetraute Greta. Nur scheinen sie ihn alle nicht zu erkennen. Jeder und jede im Dorf zeigen Zweifel an seinen Aussagen. Seine Erinnerungen sind lückenhaft und doch weiß er Dinge, die nur der echte Hein wissen kann. Ein Dorftribunal soll klären, ob er die Wahrheit spricht und wieder in die Gemeinschaft aufgenommen oder aus ihr verbannt wird. Ob der Fremde wirklich der ist, der er vorgibt zu sein, bleibt auch für den Zuschauer lange im Dunkeln. Wie Stänickes Drehbuch das Rätsel auflöst, ist bemerkenswert und verleiht der Geschichte Aktualität. Das Spiel mit den Kulissen funktioniert wie schon bei Lars von Triers »Dogville« erstaunlich gut. Die überzeugenden Hauptdarsteller im Ensemble sorgen dafür, dass die Geschichte über die Lauflänge von zwei Stunden glaubwürdig und fesselnd bleibt. LARS TUNÇAY


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