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Gentle Monster

Gentle Monster

AT/F/D/S 2026, R: Marie Kreutzer, D: Léa Seydoux, Catherine Deneuve, Jella Haase, 115 min

Als die erfolgreiche Pianistin Lucy eines Morgens erwacht, steht die Kriminalpolizei in der Wohnung und verhaftet ihren Mann Philip. Das Paar war gerade erst mit ihrem neunjährigen Sohn aus der Stadt aufs Land gezogen, wollte einen Neustart wagen. Lucy versteht nicht, was vor sich geht, bis sie bei der zuständigen Beamtin Elsa vorstellig wird – in der Ermittlungsabteilung gegen Kinderpornografie. Lucy weiß nicht mehr, was oder wem sie glauben soll. Ihrem Mann, der jede Schuld von sich weist, oder den erdrückenden Beweisen? War sie blind all die gemeinsamen Jahre lang? Marie Kreutzer (»Corsage«) schildert die Ereignisse konsequent aus Lucys Perspektive. Ähnlich wie Justine Triet ihre Hauptdarstellerin Sandra Hüller im Cannes-Gewinner »Anatomie eines Falls« lässt die Regisseurin auch Léa Seydoux durch einen Albtraum aus Ungewissheiten und Gesetzen irren. Die Realität des Betrachters hängt dabei immer von Lucys Erkenntnissen und Zweifeln ab. Zweifel schleichen sich ein und zersetzen die gemeinsamen Erinnerungen. Über zwei Stunden entwickelt sich ein geschickt geschriebener Spannungsbogen, der voll und ganz auf Seydoux’ Präsenz setzt. Die französische Charakterdarstellerin trägt das packende und bis in die Nebenrollen glänzend besetzte Beziehungsdrama auch durch einige inszenatorische Schlenker, die vom eigentlichen Kern eher ablenken. LARS TUNÇAY


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