anzeige
anzeige
Schatten der Nacht

Schatten der Nacht

D/TRK 2024, R: Türker Süer, D: Ahmet Rıfat Sungar, Berk Hakman, Eda Akalın, 85 min

Sinan ist Offizier in der türkischen Armee und bekommt einen Routineauftrag: Er soll einen anderen Offizier, der wegen eines körperlichen Angriffs auf einen Vorgesetzten angeklagt wird, in ein Militärgefängnis überführen. Der andere Offizier ist allerdings sein Bruder Kenan, mit dem er seit dem Tod ihres Vaters nicht mehr gesprochen hat. Zu allem Überfluss kommt es in der Nacht noch zu einem Militärputsch gegen die türkische Regierung. Der politische Hintergrund spielt aber nur eine Nebenrolle, vielmehr werden in dem Film moralische Fragen verhandelt: Wem gilt die Loyalität eines Soldaten mehr: seiner Familie, seiner Truppe oder seinem Heimatland? Die erste Hälfte des Films ist dabei fast ein Roadmovie und erinnert mit dem dunklen Setting und den oft rot ausgeleuchteten Gesichtern optisch an »Only God Forgives« von Niclas Winding Refn und sogar Hauptdarsteller Ahmet Rıfat Şungar strahlt eine Ryan-Gosling-mäßige Coolness aus. Leider fällt die zweite Hälfte deutlich ab, etwas mehr Laufzeit als die nur 85 Minuten hätten nicht geschadet, um die Figurenkonstellation weiter zu erkunden. So erzählt die Story kaum Neues, ist bis zu ihrer Auflösung aber einigermaßen spannend und unterhaltsam inszeniert. Die Moralfrage, die anfangs im Zentrum steht, wird dann leider ohne Überraschungen beantwortet und so verpasst der Film die Chance, nachhaltig im Gedächtnis zu bleiben. Alexander Böhle


Weitere Empfehlungen