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Staatsschutz

Staatsschutz

D 2026, R: Faraz Shariat, D: Chen Emilie Yan, Julia Jentsch, Alev Irmak, 113 min

Staatsanwältin Seyo Kim wird nicht als Heldin eingeführt, aber das ungute Gefühl der Bedrohung bringt uns ihr schnell näher. Und schnell wird das Gefühl bestätigt: Sie überlebt einen Anschlag. Seyo lässt Ermittlungen einleiten, doch die Staatsanwaltschaft mauert. Sie solle sich raushalten aus den Untersuchungen. Seyo engagiert aber eine Anwältin, will das System von innen heraus aufbrechen. Ein System, das auf dem rechten Auge blind ist – wie mitunter im realen Leben. Man denke nur an die InRa-Studie über Rassismus in staatlichen Institutionen, die im Februar 2026 veröffentlicht wurde. Dem neuen Film von Faraz Shariat gingen lange Recherchen durch die Autorinnen Claudia Schaefer, Sun-Ju Choi und Jee-Un Kim voraus. Der NSU, der Fall Oury Jalloh, die Anschläge von Halle und Hanau, der Neukölln-Komplex und die damit verbundenen Untersuchungen waren nur ein Teil der realen Fälle, auf die sich »Staatsschutz« bezieht. Dabei ging es den Autorinnen um die Frage, warum antifaschistisch eingestellte Menschen staatliche Institutionen meiden und das Feld dem rechten Spektrum überlassen. Schon der jüdische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer, der die Auschwitz-Prozesse vorantrieb, soll gesagt haben: »Wenn ich mein Büro verlasse, betrete ich feindliches Ausland.« Er beschrieb so die Isolation, in der er arbeitete. Seyo sucht sich Verbündete, um für eine wehrhafte Demokratie zu kämpfen. Ein spannendes Plädoyer für Gemeinschaft und Widerstand auch im ländlichen Raum. NADINE FAUST


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