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Strange River

Strange River

E/D 2026, R: Jaume Claret Muxart, D: Jan Monter Palau, Nausicaa Bonnín, Francesco Wenz, 105 min

Fünf Katalanen radeln durch Deutschland. Mutter Mónica ist dieselbe Strecke schon vor 25 Jahren einmal gefahren. Vater Albert nutzt die Tour, um möglichst viele architektonisch sehenswerte Orte aufzusuchen und seine Familie mit nerdigen Details zu nerven. Die drei halbwüchsigen Söhne des Paares haben sich mehr oder weniger ihrem Schicksal zwischen Radeln in brütender Hitze und Zeltaufbau im strömenden Regen ergeben. Der älteste von ihnen, der 16-jährige Dídac, hat an seinem ersten Liebeskummer zu knabbern, denn sein Freund Gerard scheint ihn nur küssen zu wollen, wenn er betrunken ist. Bei einem Zwischenstopp trifft er auf Alexander und die beiden Jungs düsen gemeinsam auf einem kleinen Motorboot davon, um allein zu sein. Die Vorkommnisse in Jaume Claret Muxarts Langfilmdebüt sind größtenteils recht unspektakulär und scheinen eher dem wahren Leben abgeschaut, als den haltlosen Fantasien eines Drehbuchautors entsprungen zu sein. Als Zuschauer sollte man sich auf ein gemächliches Erzähltempo einstellen können. Claret Muxart hat aber ein Talent dafür, seine Kamera als stillen Beobachter einzusetzen und somit dicht an seine Figuren heranzukommen. Da er dabei das erste Liebesabenteuer eines Teenagers in den Vordergrund stellt, erinnert der Film an André Téchinés »Wilde Herzen« und den darin behandelten Sommer des Begehrens und der Selbsterkenntnis. Frank Brenner


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