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Herzdame und Riesenblume

Das Frauenkulturzentrum hat eine neue Fassade bekommen

In der Sommerpause hat das Frauenkulturzentrum ein neues Kleid angelegt – innen und außen wurden die Farben aufgefrischt und Graffitis übermalt. Die freiberufliche Malerin Antje Olowaili schuf 13 großformatige Frauenfiguren in leuchtenden Farben, die die ehemals schlichten blauen Fensterläden schmücken und den flachen grauen Betonbau in der Windscheidstraße einladend machen.

In der Sommerpause hat das Frauenkulturzentrum ein neues Kleid angelegt – innen und außen wurden die Farben aufgefrischt und Graffitis übermalt. Die freiberufliche Malerin Antje Olowaili schuf 13 großformatige Frauenfiguren in leuchtenden Farben, die die ehemals schlichten blauen Fensterläden schmücken und den flachen grauen Betonbau in der Windscheidstraße einladend machen.

Eigentlich sollte Olowaili einen einwöchigen Workshop leiten, bei dem die Nutzerinnen der Frauenkultur selbst zum Pinsel greifen konnten. Doch als am ersten Tag niemand auftauchte, nahm sich die 39-Jährige selbst den ersten Fensterladen vor. Das Ergebnis kam so gut an, dass sie gebeten wurde, auch die anderen Läden zu bemalen.
Insgesamt drei Augustwochen arbeitete sie bei jedem Wetter auf einem Gerüst, mit Acrylfarben und langstieligen Pinseln, um auch noch an die oberen Stellen der 2,20 bis 3 Meter hohen Läden zu gelangen. Zwei Bilder erwischte der Regen, bevor die Farbe trocknen konnte; sie mussten noch einmal neu gemalt werden. Aber es gab auch ein paar sonnige Tage, an denen Olowaili im Bikini malte und lediglich etwas Angst hatte, von herabregnenden Eicheln getroffen zu werden – »das ist aber erst bei der Eröffnung passiert, mit einem Glas Sekt in der Hand«, sagt sie und lacht.

Da jede Figur den gesamten Fensterladen ausfüllt, sind sie riesig geworden – »Riesinnen« heißen sie deshalb auch. Jede einzelne hat aber auch noch einen eigenen Namen: Da gibt es zum Beispiel die Sterntalerfrau, die Herzdame, die Riesenblume und das rosa Mädchen. Alle tanzen, wobei ihr Ausdruck zwischen verspielt, sportlich, kämpferisch und verträumt wechselt.
Olowaili studierte an der HGB Malerei und Grafik und war die einzige Meisterschülerin der Hochschule im Fach Schriftmalerei. Von 1992 bis 1994 bereiste die gebürtige Berlinerin Mittelamerika und lernte in Panama das Volk der Kuna Yala kennen. Sie blieb ein Jahr lang dort und schrieb später ein Buch über diese Zeit, das 2004 erschien. Olowaili stellt ihre Bilder aus, gibt Kurse, hält Dia-Vorträge über die Kuna-Indianer und liest aus ihrem Buch »Schwester der Sonne – Ein Jahr in Kuna Yala«.

Mola-Nähkurs für Kinder und Erwachsene: 7.-12.12., Grassimuseum

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