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»Beweg dich – tanz!«

Babylon bei Boot: Die Ohrbooten aus Berlin lassen die Leute zappeln

Eigentlich kommen sie von der Straße. Musizierend verdienten sich die Jungs aus Berlin in Fußgängerzonen ein paar Groschen. Am Donnerstag abend standen die vier Vollblutmusiker Ben, Noodt, Onkel und Matze in der Moritzbastei auf der Bühne und ließen die Leipziger abgehen.

Eigentlich kommen sie von der Straße. Musizierend verdienten sich die Jungs aus Berlin in Fußgängerzonen ein paar Groschen. Heute Abend standen die vier Vollblutmusiker: Ben, Noodt, Onkel und Matze, in der Moritzbastei auf der Bühne und ließen die Leipziger und Leipzigerinnen abgehen.

Es hat sich gelohnt, früh da zu sein. Ein Mann, eine Gitarre und ein bisschen (mehr) Kunstnebel und die Party begann pünktlich um neun. Ohrbooten Support Pensen von den Monsters of Liedermaching heizte in hamburgerischem derben Ton und mit versauten Texten den Leuten richtig ein. Und als die vier Berliner Bo(o)ten gegen zehn die Bühne betraten, gaben sie gleich mit dem ersten Stück den Ton für den weiteren Abend an: »Die BRD genießt den Ruf sie sei zu steif« also – »beweg dich, beweg dich – tanz!«

Die Anfangssteifheit überwunden, fanden Publikum und Band so richtig zueinander. Titel für Titel zeigte das Quartett mehr von dem, was sie selbst als »Gyp Hop« bezeichnen: nämlich klassischen Reggae-HipHop-Funk-Dancehall-Polka-Punk-BreakBeat. Handgemachte Klänge mit Perkussion und Melodika, Rasseln und Gitarre, gepaart mit gesellschaftskritischen und verspielten, lustigen und ernsteren Texten.

Ihr Improvisiationstalent konnten sie gleich mehrmals am Abend unter Beweis stellen: ein Mikrophonkabel mit Wackelkontakt oder ein lautloses Megaphon – doch derlei technische Pannen konnten die Jungs nicht aus der Ruhe bringen und das Publikum auch nicht. Das war sowieso großartig und hat alle Späße des Texters Ben über sich ergehen lassen. Es miaute und bellte und sang »Yeah« und »Hhuhhh«, wie es ihnen der Halbgrieche vorgab. Zum Schluss krönte eine Freestyle-Session mit Pensen den gelungenen Tanzabend.

Mit professioneller Improvisationskunst gelang den Ohrbooten, was Keyboarder Noodt beschwor: »Wir kreieren jeden Abend einen besonderen Moment, den viele Leute in Erinnerung behalten – ich würde lügen, wenn ich sagen würde, das schaffen wir nicht.«

Nun ziehen die vier Gypsies weiter durch die Lande und rasten in x-Städten, bis sie sich im neuen Jahr wieder dem Texten und Austüfteln von Songs hingeben können: »Kreativ sein ist wie Lego: Das Spielen ist geil, aber Songs basteln, macht auch riesen Bock, und da sehnen sich alle nach«, gesteht Ben.

Na dann, hisst die Segel Matrosen! Der Heimathafen ist am 21. Dezember beim Tour-Abschluss in der Columbiahalle erreicht.


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