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Ziel: Ausbildung

Leipzigs einzige Produktionsschule ist eine Alternative für arbeitslose Jugendliche

Seit 1. Juni 2007 gibt es in Leipzig die erste und bisher einzige Produktionsschule, getragen von der Gewerblich-technischen Bildungsstätte Leipzig (GtB). 60 junge Erwachsene unter 25 Jahren nehmen an der einjährigen Maßnahme, die von der ARGE finanziert wird, teil. In den fünf Berufsfeldern Holz, Metall, Wirtschaft/Verwaltung, Hotel/Gaststätten/Hauswirtschaft und Lager/Handel lernen sie vor allem praktisches Wissen.

Seit 1. Juni 2007 gibt es in Leipzig die erste und bisher einzige Produktionsschule, getragen von der Gewerblich-technischen Bildungsstätte Leipzig (GtB). 60 junge Erwachsene unter 25 Jahren nehmen an der einjährigen Maßnahme, die von der ARGE finanziert wird, teil. In den fünf Berufsfeldern Holz, Metall, Wirtschaft/Verwaltung, Hotel/Gaststätten/Hauswirtschaft und Lager/Handel lernen sie vor allem praktisches Wissen. Daneben erhalten sie Unterreicht in Deutsch und Mathe. 13 von ihnen bereiten sich außerdem auf ihren Hauptschulabschluss vor, den sie wie reguläre Schüler durch eine zentrale Prüfung ablegen.

»Für diese Jugendlichen ist das eine große Herausforderung«, so Marie Müller, Schulleiterin der Produktionsschule. »Sie haben oft seit der siebten Klasse keine Schule mehr besucht und manchmal eine Lücke von zwei Jahren im Lebenslauf.« Das Ziel der Produktionsschule ist es, die Jugendlichen nach der Maßnahme entweder in eine reguläre oder überbetriebliche Ausbildung zu vermitteln. »Wer sich hier bewährt, kann das schaffen. Die Jugendlichen wissen aber auch, dass die Produktionsschule erst einmal ihre letzte Chance ist«, sagt Matthias Kretschmer, Geschäftsführer der GtB.

Besonders wichtig ist, dass die Jugendlichen die für jede Arbeit notwendige Schlüsselqualifikation Teamfähigkeit lernen. »Zu merken, dass es auf jeden Einzelnen ankommt und dass man in einem Projekt voneinander abhängig ist, wenn es gelingen soll – das ist für viele eine neue Erfahrung«, so Kretschmer.

Berufsfeld Hotel/Gaststätten/Hauswirtschaft

Bisherige Projekte waren zum Beispiel das Catering für die Jugendkonferenz der ARGE im November 2007 oder die Errichtung eines Sperrzaunes auf der Balloon Fiesta, gleich zu Beginn der Maßnahme. Diese Erfahrung, bei Regen an einem Sonntag zu arbeiten, hat die Teilnehmer zusammengeschweißt.
Neben der Arbeit in den Werkstätten absolvieren die Jugendlichen Praktika in anderen Unternehmen. Die Kontakte kommen unter anderem über die Werkstattpädagogen zustande, die vor ihrer Lehrtätigkeit für die GtB in den jeweiligen Berufsfeldern tätig waren.
Bei der Herstellung und dem Verkauf der eigenen Produkte kann sich der Bildungsträger nur in Nischen bewegen, da einige Unternehmen in der Stadt befürchten, die Produktionsschule könne ihnen Aufträge abwerben. Kretschmer hält die Sorgen für unbegründet: »Wer unsere Werkstätten gesehen hat, weiß, dass wir größere Aufträge gar nicht bearbeiten könnten.« Er hofft, dass die Betriebe die Schule bald als Bereicherung statt als Konkurrenz wahrnehmen, und kann sich die Werkstätten der Schule bei kleinteiligen Aufträgen, die sich für die Unternehmen nicht lohnen, gut als Zulieferer vorstellen.

Über 3.000 arbeitslose Jugendliche unter 25 Jahren werden zurzeit von der ARGE Leipzig betreut. Angesichts des schwierigen Ausbildungsmarktes in der Stadt kann eine Produktionsschule eine Alternative für einige von ihnen sein. Deutschlandweit gibt es zurzeit rund 30 Produktionsschulen. Der Begriff ist jedoch nicht geschützt, so dass es keine einheitlichen Grundsätze gibt. Die Idee für die Schulen kommt aus Dänemark.

Schauplatz, Produktionsschule der Gewerblich-technischen Bildungsstätte Leipzig, Berliner Str. 69, 04129 Leipzig, Tel. 03 42 04/7 09 90, http://www.gtb-leipzig.de
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