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Künstlerischer Darwinismus

Dorine Crass stellt im Botanischen Garten Leipzig fragile Wesen aus Draht und Papier aus

»Metamorphosen« heißt eine Ausstellung, die Dorine Crass, gebürtige Leipzigerin und mittlerweile in Berlin lebende Künstlerin, am vergangenen Dienstag im Botanischen Garten eröffnet hat. Die üppige, raumgreifende Vegetation aus aller Welt scheint wie geschaffen als Hintergrund für die Geflechte aus Draht, die Crass mit dünnem, weißem Papier beklebt.

»Metamorphosen« heißt eine Ausstellung, die Dorine Crass, gebürtige Leipzigerin und mittlerweile in Berlin lebende Künstlerin, am vergangenen Dienstag im Botanischen Garten eröffnet hat. Die üppige, raumgreifende Vegetation aus aller Welt scheint wie geschaffen als Hintergrund für die Geflechte aus Draht, die Crass mit dünnem, weißem Papier beklebt. Die zarten, organisch anmutenden Gebilde schweben durch die gläsernen Häuser.

»Normalerweise nehme ich mir ein Lebewesen, sei es eine Bakterie ein Tier oder eine Pflanze, zeichne und bearbeite es. Dann beginne ich den Draht zu biegen, und was am Ende dabei herauskommt, ist etwas ganz Neues«, beschreibt die Künstlerin das Entstehen der Figuren. Die studierte Diplom-Ingenieurin sieht sich in einer Tradition von Wissenschaftlern, beginnend bei Humboldt und Darwin, die Natur nicht nur erforschten, sondern sie in Zeichnungen erfassten und interpretierten. Die Arbeit von Crass aber geht darüber hinaus: Sie gibt ihren Wesen die Möglichkeit, sich vom ursprünglichen Vorbild zu entfernen. Sie überlässt es dann auch bewusst dem Betrachter, die fragilen Gebilde und ihr Wesen zu interpretieren. »Ich will«, sagt die Künstlerin, dass jeder für sich selbst das empfinden kann, was er fühlt, wenn er meine Figuren betrachtet. Deshalb gebe ich ihnen auch keine Namen, um dem Betrachter nichts vorzugeben.«

bis 9.7., Botanischer Garten der Universität Leipzig, Linnéstr. 1
Kunst

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