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Rachegöttinnen des Theaters 18.2.

Die Gruppe Theater Eumeniden führt die letzten Stunden der Maria Stuart auf

Einem Klassiker frischen Atem einzuhauchen, ist an sich nichts Neues. Die performa- tive Umsetzung von Friedrich Schillers Königinnendrama in »Maria Stuart/letzter Akt« schon. Janna Kagerer, Kopf der Theater Eumeniden, nutzt den klassischen Stoff als Basis für ihre neue Performance, in der sie selbst als Darstellerin auf der Bühne stehen wird. Janna Kagerer macht seit 15 […]

Einem Klassiker frischen Atem einzuhauchen, ist an sich nichts Neues. Die performa-
tive Umsetzung von Friedrich Schillers Königinnendrama in »Maria Stuart/letzter Akt« schon. Janna Kagerer, Kopf der Theater Eumeniden, nutzt den klassischen Stoff als Basis für ihre neue Performance, in der sie selbst als Darstellerin auf der Bühne stehen wird.
Janna Kagerer macht seit 15 Jahren Theater
in Leipzig und ist vorrangig als Regisseurin, Autorin und Dramaturgin tätig. Als Mitbegründerin der Cammerspiele prägte sie die freie Theaterszene und realisiert seit 2006
ihre Projekte unter dem Namen Theater Eu-
meniden, der an die griechischen Rachegöttinnen erinnert. Im Reudnitzer Kulturverein Mühlstraße hat sie mittlerweile ihre Hauptspielstätte gefunden.
Unterstützt wird sie von ihrer Partnerin Ul-
rike Böhm. Zu den bekanntesten Inszenierun-gen der Eumeniden zählt »Räuberrr!«, eine Crossover-Produktion mit Puppen. An einer ständigen Weiterentwicklung interessiert, be-
schäftigte sich Kagerer vom klassischen Sprech-
theater ausgehend mit Musik- und Objekttheaterproduktionen, um schließlich beim Figurenspiel zu landen. Einem klassischen Stil hat sich Kagerers Gruppe nicht verschrieben. Vielseitigkeit beherrscht ihr Theaterbild. So inszeniert sie im Sommer eine Gaunerkomödie aus eigener Feder gekoppelt mit einem Schwank von Hans Sachs. Viel Herzblut stecken die Theatermacher ins Genre lyrisches Theater, das nah am epischen Theater und an der Rezitation steht. Doch auch Kinderstücke befinden sich im Repertoire. Ein Novum in ihrer Arbeit sieht Kagerer nun darin, wie in »Maria Stuart« selbst auf der Bühne zu stehen. Aus Texten von Stefan Zweig, Friedrich Schiller und der realen Maria Stuart, gepaart mit Objekttheaterelementen, entsteht ein Schauspiel der Semiotik, ein wil-
des Spiel der Zeichen um die letzten Stunden der schottischen Königin. Das Entscheidende: Die Figur der Maria Stuart wird nicht eins zu eins umgesetzt, sondern von Kagerer offen als Rollenhülle präsentiert – was kann angemessener für eine der Hinrichtung Harrende sein? FRANCA HÄHLE
▶ »Maria Stuart/letzter Akt«, 18.2. (Premiere), 19.2., 20 Uhr,
Begegnungsstätte Mühlstraße, www.theatereumeniden.de

»Maria Stuart/letzter Akt«, 18.2. (Premiere), 19.2., 20 Uhr
Begegnungsstätte Mühlstraße
http://www.theatereumeniden.de
aus dem kreuzer-Heft 02.11

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