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Das Luru-Kino feiert Filmemacher Wenzel Storch

Wenn ein Film zeigt, wie ein Schneckenschiff mit einer Kirche zum Beischlaf antritt, mag das manchen Zuschauer verwirren. Doch ein Blick in den Abspann genügt, um auf die Verwirrung Erleichterung folgen zu lassen: Hinter der surrealen Liaison steckt Wenzel Storch. Das LURU-Kino in der Spinnerei widmet dem Hildesheimer Filmemacher vom 8. bis 13.4. nun ein eigenes Festival.

Wenn ein Film zeigt, wie ein Schneckenschiff mit einer Kirche zum Beischlaf antritt, mag das manchen Zuschauer verwirren. Doch ein Blick in den Abspann genügt, um auf die Verwirrung Erleichterung folgen zu lassen: Hinter der surrealen Liaison steht Wenzel Storch, ein Hildesheimer Filmemacher, der mit einem überbordenden Sinn fürs Fantastische ausgestattet ist, jemand, den die Welt braucht und den sie doch gelegentlich mit lautem Murren aufs Abstellgleis schickt, weil sie seine Arbeiten geschmacklos befindet.

Storch ist eine Ausnahmeerscheinung in der deutschen Filmszene. Unbeeindruckt von aktuellen Strömungen im Filmbusiness, bricht er gesellschaftliche Tabus, missachtet filmische Gepflogenheiten und erschafft Welten aus dem, was andere Leute wegwerfen. Seine Low-Budget-Streifen wirken mitunter willkürlich zusammengeschraubt. Doch in seinen Märchenabenteuern für Erwachsene treibt Storch auch Schabernack mit allem und jedem. Ein Mann wie geschaffen für den Kosmos des Luru-Kinos in der Baumwollspinnerei.

Kinobetreiber Michael Ludwig bittet Künstler plus Gesamtwerk für ein eigenes Wenzel-Storch-Festival aufs Spinnereigelände. Was sich hinter dem Begriff »Gesamtwerk« eigentlich verbirgt, weiß Wenzel Storch selbst nicht genau zu beantworten – zu disparat ist sein Schaffen. Der 50-Jährige hat drei abendfüllende Spielfilme fertiggestellt, die sogenannte Jürgen Höhne-Trilogie, bestehend aus »Der Glanz dieser Tage« (1989), »Sommer der Liebe« (1992) und »Die Reise ins Glück« (2005). Zudem hat er das Buch »Der Bulldozer Gottes« veröffentlicht und viel gemalt.

Das Luru zeigt neben Storchs Filmen erstmals einige der Dokumentationen, die von den Dreharbeiten, spektakulären Pannen und mittelgroßen Katastrophen aus dem Kosmos Wenzel Storchs berichten. Zudem sind in einer Ausstellung Storchs Malerei, seine bunten Dias und der Musikclip zu sehen, den der Filmemacher in seinem Schlafzimmer für Bela B. gedreht hat. Doch Gesamtkunstwerke sind nichts ohne ihren Künstler: »Deutschlands wichtigster Regisseur kommt natürlich auch«, sagt Luru-Betreiber Ludwig.

Eine passende Wenzel-Storch-Fotogalerie haben wir hier zusammengestellt.

Wenzel-Storch-Festspiele, 8.–13.4., Luru-Kino
http://www.luru-kino.de
http://www.wenzelstorch.de

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