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London sagt ab: Olympia 2012 findet in Leipzig statt

Weltsportverband setzt auf das »kreative und nachhaltige« Konzept der Leipziger

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Ereignisse, die wir uns gewünscht haben: Zum 20-jährigen kreuzer-Jubiläum haben wir Meldungen geschrieben, die wir immer schon mal schreiben wollten.

Wirtschaftskrise sei Dank: Die Olympischen Sommerspiele 2012 finden nun doch in Leipzig und nicht wie geplant in London statt. »Wir sind den Deutschen und vor allem den Leipzigern sehr dankbar, dass sie uns so kurzfristig unterstützen«, erklärte Jacques Rogge, Chef des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), kürzlich vor Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der Leipziger Stadtspitze am Hauptsitz des IOC im schweizerischen Lausanne.

Zuvor hatte Englands Premierminister David Cameron in Gegenwart des frisch vermählten neuen Volkshelden Prinz William der Weltöffentlichkeit die »unendlich traurige« Botschaft von der Londoner Absage verkündet. Seit Monaten trete die britische Wirtschaft auf der Stelle, überall müsse gespart werden. Die Neuverschuldung Großbritanniens lag 2010 relativ zur Wirtschaftskraft sogar höher als jene von Griechenland und Portugal. Die Entscheidung seiner Regierung, die Spiele aus finanziellen Gründen abzusagen, sei somit »alternativlos«, sagte Cameron, der auch auf aktuelle Studien verwies, wonach von Olympia kein wirtschaftlicher Nutzen zu erwarten sei.

Die schnelle Entscheidung pro Leipzig als alternativer Austragungsort begründete das IOC mit dem Verweis auf das »kreative und nachhaltige« Konzept, mit dem sich Leipzig vor acht Jahren um die Spiele beworben hatte, sowie mit den Unterstützungszusagen aus der deutschen Politik. Er habe sich sehr über die Entscheidung gefreut, sagte Sport-Weltenbummler Rogge, denn so könne er das Angenehme – den Besuch der Festlichkeiten anlässlich des 800. Thomaner-Geburtstags – mit dem Nützlichen – den »weltverbindenden Spielen« – verbinden.

Nach kreuzer-Informationen konnten für die Projektsteuerung in Leipzig mit einem ehemals hochrangigen Stadt- und Bundespolitiker sowie einem mitteldeutschen Kommunikationsexperten zwei der einst wichtigsten Wegbereiter gewonnen werden. Binnen eines Jahres sollen ein olympisches Dorf im Westen der Stadt, ein rückbaubares Olympiastadion auf dem Red Bull-Gelände sowie ein weiterer Ost-West-City-Tunnel gebaut werden. »Das wird ein Impuls für ganz Mitteldeutschland«, heißt es aus dem Rathaus. Damit werde die Wettbewerbsfähigkeit der Region weiter gestärkt.

Klaus Wurpts

Der Autor schrieb von 1999 an als freier Autor für uns und war von 2001 bis 2003 kreuzer-Chefreporter. Wurpts arbeitete danach zwei Jahre lang als Clustermanager und fünf Jahre als Geschäftsführer der Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland. Seit diesem Jahr ist er Projektleiter an der Handelshochschule Leipzig.

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