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Der Preis ist heiß

Acht Finalisten spielen um den Titel »Beste Band des Jahres«

Electroclash-Trio Krahnstøver Größeres Bild

Wer ist Leipzigs Band des Jahres? Darüber dürften die Meinungen auseinandergehen. Eine klare Antwort will der Große Preis geben. Zum zweiten Mal nach jahrelanger Pause heißt es wieder: »Leipzig wählt die Band des Jahres«.

Leipzig, das ist in diesem Fall eine 20-köpfige Jury, die vorrangig aus Männern im besten Alter besteht, die alle schon einmal mit Musik zu tun hatten: Musiker, Promoter, Journalisten, die Booker von Moritzbastei und Werk 2 – junge Frauen sind wie so oft in dem Genre unterrepräsentiert. Die Jury hat sich auf die Suche nach der Superlativband der Stadt begeben und aus 73 Bewerbungen acht Finalteilnehmer erkoren, die nun zum »Großen Preis« antreten. Im vergangenen Jahr bewarben sich etwa 50 Bands um das Finale.

»Die Qualität der Einsendungen war durchweg gut«, sagt Organisator und Jury-Mitglied Moritz Mutter. Von der ein oder anderen jungen Band, die es nicht ins Finale geschafft hat, werde man in Zukunft bestimmt noch hören, prophezeit er. So wie vom Electro-Trio Mollin, das im vergangenen Jahr das Finale knapp verpasste, dank seiner konsequenten Weiterentwicklung nun aber auf der Großer-Preis-Bühne im Werk 2 stehen wird. Dort spielten 2010 schon die Alternative-Rocker Cox and the riot, die den Finaleinzug wieder schafften.

Anders als im vergangenen Jahr werden sie wie alle Finalteilnehmer eine Gage für ihren Auftritt bekommen. »Ein zweite Änderung ist, dass wir die Preise in einen Pool geben und sich die Siegerbands dann aussuchen können, was sie brauchen«, sagt Mutter. An diesem Punkt hätte man aus den Erfahrungen des letzten Jahres gelernt, als die Gewinnerband LiHanabi einen Studioaufenthalt gewann, aber gerade erst aus dem Studio kam.

Ob der Sieg einer Band wirklich zum Ruhm verhilft, ist schwer zu bemessen. LiHanabi zum Beispiel haben sich inzwischen schon wieder aufgelöst. Nützlich sind die diesjährigen Preise aber auf jeden Fall. Eine Pressung von 500 Schallplatten, eine zwölftägige Musikproduktion im Studio oder eine große Promo-Aktion – davon würden wohl auch etablierte Bands profitieren.

Es gehe ihm aber nicht um die Förderung allein von Newcomer-Bands, sagt Mutter. »Alle Juroren haben die Konzert- und Bandszene so weit im Auge, dass es auch honoriert wird, wenn sich eine Band in Leipzig die Finger blutig spielt. Diese hat natürlich den Titel Leipzigs Band des Jahres eher verdient als eine, die sich weniger bemüht.« Wie zum Beispiel Mud Mahaka, die ihre sperrig daherkommenden Songs live schon so oft mitreißend performt haben, dass sie auch deswegen ins Finale gekommen sind.

Es ist ohnehin eine illustre Mischung, die da zusammengewählt wurde: Indiepunk von Nevertheless, die neunköpfige Reggae-Combo Lickquarters, Pop von Choirs, das Singer/Songwriterprojekt Me and oceans von Fabian Schütze und Electroclash vom Trio Krahnstøver. Bunt sei sie nämlich, die Leipziger Bandlandschaft, erklären die Veranstalter. »Ich will den Großen Preis als Instrument der Bandförderung verstanden wissen«, sagt Mutter. »Es geht darum, Bands zu unterstützen und auch den Kulturorganisatoren der Stadt die ein oder andere Band, die sie noch nicht auf dem Schirm hatten, ins Bewusstsein zu rufen.«

Welcher der Teilnehmer sich am Ende den Titel »Leipzigs Band des Jahres« aufs T-Shirt schreiben kann, wird sich am 29. Oktober zeigen, wenn die 20 Juroren nach den von Donis moderierten Live-Auftritten entscheiden. Die Zuschauer vergeben dann noch den Publikumspreis. Schließlich heißt es ja: Leipzig wählt die Band des Jahres.

Der Große Preis: 29.10., 19 Uhr, Werk 2

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