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Fünf Irrgärtner und ein Zimmerman

Mud Mahaka mit neuer EP und einer Hommage an Bob Dylan

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Das Leipziger Quintett Mud Mahaka präsentiert im UT Connewitz seine neue EP »Yes My Friend But What Is« und singt zusammen mit dem Vocalconsort Textfragmente von Dylan.

Irrgärten sind mysteriöse Gebilde. Aus der kunstvollen Anordnung einfacher Grundelemente entsteht ein komplexes System, in dem man sich vollständig verlieren kann. Das Modellieren von undurchschaubar verschachtelten Landschaften ist aber nicht nur mit Hecken möglich, sondern auch mit Tönen, wie die Band Mud Mahaka beweist. Die Formation um Spiritus Rector Robert »Arpen« Seidel wandelt seit fünf Jahren auf den Grenzen von Pop, Rock, Jazz und Avantgarde, ohne sich fest verorten zu lassen.

Nach dem 2009 im Selbstverlag erschienenen Debütalbum »New Tunes for Amplified Instruments« wagt das Leipziger Kollektiv in Begleitung der Künstlerplattform Analogsoul jetzt den nächsten Schritt und veröffentlicht die EP »Yes My Friend But What Is«. Darauf gewährt das Quintett einen Einblick in verwunschene Klanglabyrinthe wie »Beautiful« oder »Yes«: Repetitive Songstrukturen und Arpens beschwörender Gesang wiegen den Hörer in trügerischer Sicherheit. Doch dann taucht plötzlich ein verschobener Beckenschlag auf und macht einem klar, dass man in diesem düsteren und geheimnisvollen Dickicht auf die falsche Fährte gelockt wurde. Das Zweitwerk von Mud Mahaka lässt sich daher nicht mit einem einmaligen Schnelldurchlauf erschließen; es erfordert Ruhe, Konzentration und eine gewisse Ausdauer. Doch wer erst einmal Zugang gefunden hat, kann auf dieser Platte immer wieder Überraschungen entdecken.

Die Veröffentlichung von »Yes My Friend But What Is« wird am 2. Dezember im UT Connewitz ausgiebig gefeiert. Bei dieser Gelegenheit stellen Mud Mahaka nicht nur die Songs ihrer neuen EP vor. Gemeinsam mit dem Ensemble des Vocalconsorts Leipzig  bringen sie auch das zwanzigminütige Chorstück »A Rude Awakening« erstmals auf die Bühne. Es basiert auf Textfragmenten des experimentellen Debütromans »Tarantula« von Robert Allen Zimmerman, der unter dem Künstlernamen Bob Dylan zum wohl bedeutendsten Folkmusiker aller Zeiten aufstieg. In diesem Jahr feierte der Urheber von Klassikern wie »Knockin’ on Heaven’s Door« oder »Blowin’ in the Wind« seinen 70. Geburtstag. Dieses Jubiläum nahm der Leiter des Gewandhauschors, Gregor Meyer, zum Anlass, um eine schon seit längerer Zeit angedachte Zusammenarbeit zwischen dem von ihm gegründeten Vocalconsort und Mud Mahaka zu verwirklichen. Bislang wissen nur die Beteiligten selbst, wie die Vertonung von Passagen aus Dylans erstem Buch umgesetzt werden soll; sicher ist nur, dass unter anderem Auszüge des Kapitels »On Busting the Sound Barrier« Verwendung finden. Eine gelungene Wahl – schließlich kennt sich mit der Überwindung von Grenzen kaum jemand so gut aus wie die fünf Irrgärtner von Mud Mahaka.

Mud Mahaka »A Rude Awakening«: 2.12., 21 Uhr, UT Connewitz

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