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Wenn Männer sexy rückwärts einparken

In dem Leichte-Gags-Film »Rubbeldiekatz« spielt Matthias Schweighöfer einen Mann, der eine Frau spielt

Rasier das Bein in »Rubbel die Katz« Größeres Bild

Buck is back – mit Comedy! In seinem »Tootsie«-Trip zieht sich der erfolglose Schauspieler Alexander (Matthias Schweighöfer) aparte Frauenkleider an, um als Alexandra eine Rolle in einem Nazi-Streifen zu bekommen, den Hollywood in Babelsberg produziert.

Klar, dass sich der Held sofort in die schöne Hauptdarstellerin (Alexandra Maria Lara) verliebt – mit der er zuvor schon inkognito einen netten One-Night-Stand verbracht hat. Schweighöfer mit Pumps und Lippenstift ist umwerfend. Die optische Geschlechtsumwandlung gelingt so überzeugend, dass nicht nur der Hitler-Mime am Set sich heftig in seine Kollegin verliebt, auch der cholerische Regisseur ist zunehmend begeistert von seiner neuen Muse. Weil für Alex ein Outing die ersehnte Traumrolle kosten würde, bleibt dem verzweifelten Held nur die »beste Freundinnen«-Notlösung.

Für das Drehbuch hat sich Detlev Buck diesmal Unterstützung geholt bei »Keinohrhasen«-Autorin Anika Decker. Fast schon als Markenzeichen setzt sie einmal mehr auf einen tierisch schrägen Titel (der soviel wie »Jetzt mach schon!« bedeutet). Andere Spaß-Spezialitäten aus der Til Schweiger Beziehungskomödien-Küche sind gleichfalls nicht zu übersehen. Ob in Dialogen à la »Du bist dünn und du bist reich – welche Frau will schon mit dir befreundet sein« oder mit Situationskomik, wonach Frauen es am meisten sexy finden, wenn Männer möglichst lässig mit dem Ellbogen über dem Sitz rückwärts einparken können.

Dogmatische »Buckisten« mögen solche gefälligen Kuschel-Gags gewöhnungsbedürftig finden, doch für die Buck-Fraktion bleibt ausreichend lakonisches Pointen-Potenzial, von der trefflichen Tarantino-Persiflage des Hollywood-Regisseurs in Babelsberg über die grotesk eitle »Cinema for Fun«-Gala bis zur höchst gelungenen Hitler-im-Film-Parodie von »Switch«-Star Max Giermann. Last not least gibt’s als schräge Sidekicks die Brüder und Kumpels von Alex, den durchgeknallt derben Honk-Clan vom Schrottplatz. Sahnehäubchen im spielfreudigen Ensemble ist der überaus wandlungsfähige Milan Peschel: Gerade noch tragisch als Krebskranker bei Andreas Dresen zu sehen, und nun als schwuler Schneider – grandios komisch.

ab 15.12. CineStar Leipzig, Passage Kinos

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