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Groovemaximalisierung des Jazzminimalismus

Die polnische Jazz-Groove-Band Mikrokolektyw spielt in Leipzig

Mikrokolektyw Größeres Bild

Das Elektrik-Jazz-Duo Mikrokolektyw aus Wrocław gastiert am Dienstag beim Leipziger Jazz-Karneval.

Durch Weniger werde Mehr. Diese weise Maxime der effektvollen Reduktion scheint auch das Leitmotiv für Trompeter Artur Majewski und Drummer Kuba Suchar gewesen zu sein, als sie sich zum Mikrokolektyw formierten. Einer Gruppe in kleinstmöglicher Kollektiv-Konstellation, die sich 2004 in Wrocław aus der Asche der Band Robotobibok erhob, einer der Speerspitzen stilistischer Entgrenzung im neueren Jazz von Polen um die Jahrtausendwende.

Als Mikrokolektyw spielen sie nunmehr einen druckvollen Jazz-Groove, der sich aus zumeist eher dunkel dräuender Elektronik und akustischer Live-Instrumentierung zusammenfügt. Virtuose Improvisationen an Drums und Trompete als pointiert gesetzte Stimmungsinszenierungen mit melancholischer Note vereinen sich mit den Sounds aus Mini-Moog und Samplern zu komplex vibrierenden Stücken, um hochenergetisch durch weite psychedelische Klangräume zu mäandern. Dieser spezifische Mix sorgte für Aufsehen in der Szene und brachte schließlich sogar einen Vertrag bei der berühmten amerikanischen Free-Jazz-Institution Delmark – als erste europäische Jazz-Formation überhaupt seit Gründung des Labels vor fast 60 Jahren.

Ein Act mit hoher internationaler Reputation und Attraktivität über Genre-Grenzen hinweg also, den das Polnische Institut zum traditionellen Jazz-Dienstag nach dem Karneval offeriert – und das bei freiem Eintritt!

Mikrokolektyw: 21.2., 21 Uhr, Polnisches Institut

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