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Zerplatzte Träume und ein sinkender Dampfer

Schneewittchen, fünf Russinnen, eine Horde Weltraum-Nazis und die Titanic ab heute auf Leipziger Leinwänden

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Tja, als wäre das alte Schiff nicht schon oft genug gesunken und als hätte Kate nicht oft genug Frostbeule Leo in die Tiefen des Ozeanes herabgelassen, während unzählige Teenies in die Taschentücher schnieften. 15 Jahre nach dem Kinostart schickt James Cameron den Millionenerfolg »Titanic« im 3D-Gewand erneut auf die große Leinwand. Ob sich das gelohnt hat? Wohl kaum. Das Geld für eine Kinokarte könnten Sie locker in zwei Eintrittskarten für andere Filme, die heute anlaufen, investieren.

Das Leben in Russland ist für die Menschen nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion zum Überlebenskampf geworden. Die drohende Staatspleite, Kriminalität und fehlende Ausbildungsmöglichkeiten brachten viele Mütter dazu, ihre Töchter in den goldenen Westen zu schicken – voller Hoffnung, ihnen damit zu einem besseren Leben zu verhelfen. Die Regisseurin Katja Fedulova erzählt in ihrem Dokumentarfilm »Glücksritterinnen« von Müttern und Töchtern, großen Erwartungen und zerplatzten Träumen. Auch sie kam 1993 nach Deutschland, wo sie ein Studium in Kiel beginnt und auf fünf andere Russinnen trifft, die ihr Schicksal teilen: Ilona, Olga, Alesja, Tatjana und Zhenja. Gemeinsam schlagen sie sich mit Schwarzarbeit, wilden Partys und der Jagd auf heiratswillige Männer durch und träumen von der großen Liebe. Dreizehn Jahre später sehen sie sich wieder und Katja Fedulova hat ihre Kamera im Gepäck. Was ist aus den Träumen von damals geworden und wie hat sich jede einzelne durchs Leben geschlagen? »Glücksritterinnen« startet heute in Anwesenheit der Regisseurin in der Kinobar Prager Frühling.

Mal ist sie unglaublich schroff und abweisend und im nächsten Moment überfürsorglich: Die verschrobene und eigensinnige Haushälterin Emerence (Helen Mirren) macht es ihrer neuen Nachbarin, der Schriftstellerin Magda (Martina Gedeck), nicht leicht. Doch mit der Zeit entwickelt sich zwischen den beiden ungleichen Frauen eine seltsam anmutende Nähe. Oscar-Preisträger István Szabó zeichnet mit »Hinter der Tür« ein ergreifendes Frauenporträt, das über die Beziehung der beiden Frauen zueinander zugleich ein Stück Zeitgeschichte festhält. In ruhigen Bildern blickt er auf die unterschiedlichen Welten von Emerence und Magda im Ungarn der sechziger Jahre. Der Film basiert auf dem international preisgekrönten, gleichnamigen Roman der ungarischen Autorin Magda Szabó und ist ab heute in den Passage Kinos zu sehen.

Reichsflugscheibentheorie und germanische Pinup-Fantasien: Timo Vuorensolas »Iron Sky« war einer der schrägsten Filme auf der diesjährigen Berlinale. In der aktuellen Ausgabe des kreuzers finden Sie eine ausführliche Besprechung zum Film. Den Trailer zu diesem Trash-Vergnügen, das heute im CineStar und Regina-Palast anläuft, wollen wir Ihnen allerdings nicht vorenthalten.

Ein Königreich, eine wunderschöne Prinzessin und eine böse Stiefmutter – kommt Ihnen das bekannt vor? Sicher, allerdings ist es Regisseur Tarsem Singh im Fall von Schneewittchen gelungen, dem Märchen auf erfrischende Weise einen neuen Anstrich zu verpassen. »Spieglein, Spieglein – Die wirklich wahre Geschichte von Schneewittchen« mit Julia Roberts als zynische, böse Königin und Lily Collins als blasse Schönheit ist ab heute im CineStar zu sehen. Auch zu diesem Film finden sie eine Kritik im aktuellen Heft.

Weitere Neustarts, Repertoirefilme und Besprechungen finden Sie im Aprilkreuzer und auf unserer Internetseite.

Viel Spaß im Kino!

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