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Kleine-Mädchen-Revolte und Stadtgeschichten

Das Leipziger Kurzfilmfestival »Kurzsuechtig« feiert seinen zehnten Geburtstag

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Mit dem Animationsfilmabend eröffnet am Mittwochabend die nunmehr zehnte Ausgabe des Leipziger Kurzfilmfestivals »Kurzsuechtig«. Am Donnerstag folgen dann die kurzen Dokumentarstreifen und am Freitag wie üblich noch die Spielfilme. Los geht es jeweils um 19 Uhr. Da es ein runder Geburtstag ist, gibt es am Samstag auch noch eine Abschlussparty. In der Printausgabe ist uns ein kleiner Fehler unterlaufen: Die Party findet nicht wie angekündigt in der Schaubühne Lindenfels statt, sondern in der Markranstädter Straße 4!

Anna versteht die Erwachsenen einfach nicht. Statt das Leben zu genießen, sind sie vor allem damit beschäftigt, Verbote auszusprechen. So hat die Siebenjährige schon gar keine Lust darauf, groß zu werden. Theresa Brauns Kurzfilm »Däumelinchen« über die Revolte eines kleinen Mädchens ist einer der Beiträge, die in diesem Jahr beim Leipziger Kurzfilmfestival »Kurzsuechtig« in der Kategorie Fiktion um die Jury- und Zuschauergunst konkurrieren. Bereits zum zehnten Mal veranstaltet Mike Brandin das Drei-Sparten-Festival, das einen Bogen vom Animations- zum Dokumentar- und Spielfilm spannt.

Angefangen hat alles 2003, als Brandin gemeinsam mit Torsten Radeck das Konzept für das Kurzfilmfestival entwickelte. Die Idee war, regionalen Filmemachern eine Plattform zu geben, die ihnen eine breite Öffentlichkeit schafft und die Möglichkeit gibt, sich besser zu vernetzen. Dass das tatsächlich gelingt, zeigt der Werdegang von Thomas Stuber, dessen Kurzfilm »Picknick« bei der ersten Ausgabe des Festivals lief. Damals verpasste Stuber knapp den Jurypreis. Im letzten Jahr reiste der gebürtige Leipziger nach L.A., um sich den Studentenoscar für seinen letzten Kurzfilm »Von Hunden und Pferden« abzuholen (kreuzer 06/2012).

Wo die kleine Anna bleiben will, möchte die Hauptfigur in Benjamin Teskes Wettbewerbsbeitrag »Fliehkraft« wieder hin: Um endlich die Akzeptanz ihres Vaters zu gewinnen, kehrt die transsexuelle Leonie als Mann (großartig: Sabin Tambrea, »Ludwig II.«, kreuzer 01/2013) zurück in die magische Welt ihrer Kindheit.

»Sowohl inhaltlich als auch technisch sind die Beiträge sehr vielfältig«, sagt Nicole Zscherny von »Kurzsuechtig«. Im großen Ballsaal der Schaubühne Lindenfels werden nicht nur Geschichten über Lebensentwürfe erzählt, sondern auch über gelbe Telefonzellen, Snowboarding in Südafrika und Gefängnisfreundschaften. Gleich zwei Filme dokumentieren die Liebe zu Leipziger Stadtteilen und deren Erhalt.

Neben den Screenings wird es in diesem Jahr auch einen Filmtalk geben, der sich aktuellen Tendenzen im Kurzfilm und natürlich der Region als Filmort widmet. Und da es nicht irgendeine Ausgabe ist, sondern die zehnte, wird das Festival um einen Tag erweitert und am Samstagabend in der Markanstädter Straße 4 eine flotte Sohle aufs Parkett gelegt.

»Kurzsuechtig«: 24.–26.4., Beginn jeweils 19 Uhr, Schaubühne Lindenfels, Abschlussparty am 27.4., Markranstädter Straße 4, weitere Informationen unter http://www.kurzsuechtig.de

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