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Leipzig Fernsehen am Ende

Der lokale Fernsehsender stellt seinen Betrieb ein

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Leipzig Fernsehen hört auf zu senden. Gestern Abend gab Geschäftsführer René Falkner bekannt, dass der Sendebetrieb wegen fehlender finanzieller Mittel eingestellt werde. Gegenüber kreuzer online bestätigte er, dass nach dem 30.9. Schluss ist. In Leipzig arbeiten knapp 20 Mitarbeiter bei dem Lokalsender.

»Weil unsere Gesellschafter nicht dauerhaft Geld zuschießen wollen und wir uns auch nicht dauerhaft selbst ausbeuten wollen, werden wir das Projekt Leipzig Fernsehen beenden«, erklärte René Falkner gestern in einer Mitteilung auf Facebook. Das Geld aus der lokalen Werbung reiche nicht aus, um das Programm dauerhaft zu finanzieren. Leipzig Fernsehen habe immer schon Verluste gemacht, die Gesellschafter seien dann eingesprungen. »Aber ich sehe in der jetzigen Situation keine Perspektive – außer noch mehr in der Redaktion zu reduzieren.« Doch dies ergebe keinen Sinn. »Schließlich wurde das Programm bestimmt auch so schon von dem einen oder anderen kreuzer-Leser belächelt«, gibt der Geschäftsführer zu.

Laut der Funkanalyse Sachsen schalten täglich insgesamt 51.000 Zuschauer den Sender ein. Doch das Ziel, anspruchsvolles Fernsehen hinzubekommen, sei unter den gegebenen Umständen nicht zu erreichen, sagte Falkner. Zudem verwies er darauf, dass im deutschsprachigen Fernsehmarkt Lokalsender nur mit staatlicher Förderung funktionieren, wie zum Beispiel in Bayern. Diese Unterstützung ist im Bundesland Sachsen gesetzlich aber nicht vorgesehen. Es besteht auch keine Aussicht auf eine Medienförderung wie in Österreich und der Schweiz.

Von dem Ende ist auch Sachsen Fernsehen, der lokale Sender in Chemnitz, betroffen, der ebenfalls zur Sachsen-Fernsehen GmbH & Co Fernsehbetriebs KG gehört. Knapp 40 festangestellte Mitarbeiter arbeiten für die beiden Sender. Nun suche Falkner nach alternativen Möglichkeiten, es gebe aber noch keine spruchreifen Ideen. »Die Resonanz, die wir seit gestern bekommen haben, war riesig und hat uns innerlich aufgebaut«, erklärt er. Doch es bleibe langfristig die Frage: Wer bezahlt für Lokaljournalismus?

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