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Lebendiger Adventskalender: Im Leipziger Osten öffnen sich Türen

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Zum dritten Mal findet dieses Jahr in Reudnitz-Thonberg ein Adventskalender zum Mitgestalten durch und für die Nachbarschaft statt, den das Stadtteilprojekt Dresdner59 ins Leben gerufen hat. Den ganzen Dezember über gibt es jeden Tag ein anderes Programm zu erleben – in privaten Wohnzimmern, Hinterhöfen oder Kulturvereinen.

»Ihr seid doch bestimmt alle ganz artige Kinder, oder?« Die Frau mit der Weihnachtsmütze, an deren Seite ein weißer Bommel herunterhängt, lächelt in die Runde. Die kleinen Besucher schauen die Bibliothekarin neugierig an. Auf diese heikle Frage wird besser nicht geantwortet. Nur als das Quiz beginnt, kann ein Junge nicht mehr an sich halten. »Der Weihnachtsmann!«, ruft er und beantwortet damit die erste Frage rund um Weihnachten und Winter.

Im Rahmen des lebendigen Adventskalenders wurden am gestrigen Nachmittag in der Bibliothek Reudnitz weihnachtliche Geschichten und Gedichte vorgelesen, Adventslieder gesungen und Rätselfragen gestellt. Auf dem Schoß ihrer Eltern herumrutschend oder auf einem der bunten Sitzkissen hockend, lauschte das junge Publikum der Leiterin Margitta Höfer, während diese aus dem Buch »Der kleine Drache Kokosnuss« liest.

Noch an 23 weiteren Tagen im Dezember öffnen sich buchstäblich die Türen im Leipziger Osten. Jeden Tag gibt es eine andere weihnachtliche Veranstaltung im Viertel zu erleben, die Anwohner gestalten den Kalender auf diese Weise mit. Ob Budenzauber im Hinterhof des Hausprojektes Ost-Apotheke, Plätzchenbacken in der Dresdner59 oder Schattentheater im Soziokulturellen Stadtteilzentrum Mühlstraße 14 e.V. – das Programm ist abwechslungsreich und richtet sich an jede Altersgruppe.

Die Veranstaltungen sind kostenlos, damit alle die Möglichkeit haben, teilzunehmen. Bei dem Lebendigen Adventskalender gehe es vor allem darum, das eigene Viertel und seine Bewohner, alt oder jung, besser kennenzulernen.

»Als Stadtteilprojekt sehe ich es als Teil unserer Aufgabe, im Viertel zu vernetzen«, sagt Johanna Pahl, Initiatorin der Veranstaltungsreihe und Leiterin des Stadtteilprojektes Dresdner59. »Durch die Mischung von privaten, öffentlichen und halböffentlichen Räumen ist die Schwelle noch niedriger, sich einander zu besuchen.« Vom gegenseitigen Kennenlernen erhofft man sich auch die Verbindung verschiedenster Netzwerke. »Zum Beispiel lernt der Vater aus dem Kindergarten die Rentnerin beim Basteln kennen, die künftig einmal seine Kinder hütet«, erklärt Pahl. Die Besucherzahlen schwankten in den letzten Jahren. Mal kamen nur zwei, mal dreißig Besucher zu den jeweiligen Aktionen. Das hinge immer davon ab, wieviele Menschen die Veranstalter selbst ansprechen konnten.

In diesem Jahr war die Nachfrage der Akteure, die schon in den letzten Jahren dabei waren, groß. Im September trudelten die Anfragen ein. Mittlerweile wird das Nachbarschaftsprojekt durch den Verfügungsfond Leipziger Osten gefördert.

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