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Editorial 01/2018

Das neue Heft ist da!

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An dieser Stelle veröffentlichen wir das Editorial der Januar-Ausgabe des kreuzer. Vertretungschefredakteur Tobias Prüwer berichtet, was es im neuen Heft zu lesen gibt.

Beginnen wir mit einer Enttäuschung: Wann der Wolf nach Leipzig kommt, weiß niemand. Dass er kommt, da sind sich die Experten einig. Alle anderen Tiere sind schon da: Leipzig ist wild. Warum das gut ist, welche Probleme Wildkatze, Waschbär & Co. mit sich bringen können und was die urbane Artenvielfalt gefährdet, haben Franziska Reif und Hanna Herwig in der Titelgeschichte zusammengetragen.

Den günstigen Moment zu erhaschen, ist für ein Monatsmagazin nicht so einfach. Sind die Druckmaschinen einmal angeschlossen, gibts kein Halten mehr. Aber manchmal muss man sich zurücknehmen können. Das ist der Grund, warum in diesem Heft unsere Architekturkolumne Aufbau Ost fehlt. Wobei es ohnehin ein Abbruch Ost geworden wäre. Denn uns ist zu Ohren gekommen, dass ein städtisches Denkmal an Stadtrat und Öffentlichkeit vorbei hätte entsorgt werden sollen. Das Objekt wäre so mir nichts, dir nichts aus dem Stadtbild und damit der Erinnerung getilgt worden. In unserer Kolumne hatten wir das thematisiert – um am Tag der Drucklegung zu erfahren, dass doch noch Bewegung in die Sache geraten ist. Der Verantwortliche wurde angewiesen, zunächst eine Prüfung zu veranlassen. Um den Prozess nicht zu torpedieren, halten wir den Text zurück; auch das ist Teil journalistischer Verantwortung. Aber wir bleiben dran, werden Ihnen zu gegebenem Zeitpunkt berichten.

Manchmal bewirkt Journalismus tatsächlich etwas, wenn es auch nur im Kleinen ist. Erinnern Sie sich an Carlos Sucre, über den wir im Dezember-kreuzer berichteten? An seinem Beispiel erzählten wir, wieso das FIM-Beschäftigungsprojekt für Geflüchtete Integration bremst statt befördert. Seiner Familie wird nun die Sozialhilfe für sechs Monate gekürzt, weil er einen Praktikumsplatz angenommen hat, statt im Park Laub zu rechen. Durch den Arktikel ist ein Sozialarbeiter auf den Fall aufmerksam geworden, der Carlos Sucre nun hilft, beim Sozialamt gegen die Sanktionen zu intervenieren.

Unsere Redakteurinnen, Autoren, Fotografierenden und Gestaltenden sind nicht untätig, auch wenn sie gerade mal nicht für den kreuzer arbeiten. Sie sind nicht nur aus pragmatischen Gründen an anderen, spannenden Projekten beteiligt, weil man vom kreuzer allein nicht leben kann, sondern weil sie dafür brennen. Allerdings hätte es ein Geschmäckle, würden wir darüber berichten. Aber diese anderen Tätigkeiten und deren Produkte hinten runterfallen zu lassen wäre auch unrichtig und fühlt sich wie eine Strafe an. Darum wird ab jetzt im Editorial hin und wieder ein kleiner Hinweiskasten erscheinen, in dem wir nur die Eckdaten der Projekte aufzählen – und Ihnen ganz nüchtern wärmstens anempfehlen.

In diesem Sinne, brennen Sie für Ihre Sache(n), seien Sie wild und wünschen Fuchs und Hase einen guten Tag!

TOBIAS PRÜWER (in Vertretung)
chefredaktion@kreuzer-leipzig.de

PS: Schauen Sie doch mal hier vorbei und wählen Sie Ihr Cover des Jahres.


In eigener Sache
E-Musik-Redakteurin Anja Kleinmichel spielt Klavierwerke von Galina Ustwolskaja. Bei der Vernissage treffen musikalische Grenzwerte auf die malerische Rauminstallation von Freya Richter. »Cluster und Linien«, 21.1., 14 Uhr, Art Kapella Schkeuditz

Sonst zeigt sie uns das Umland, mit »101 Dinge, die Sie über Leipzig wissen müssen« hat sich Ausflug- und Reiseredakteurin Franziska Reif der Stadt selbst zugewendet. Buckmann: München 2017, 192 S., 15 €

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