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Kopulierende Skelette auf Großleinwand

Beim Konzert von Guns N'Roses gab es große Hits und große Zähne

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Ehrlicherweise muss der Autor hier zugeben, beim Guns N’Roses-Konzert am Samstag in Leipzig die beiden Vorbands absichtlich verpasst zu haben. Pünktlich zum Beginn der Altrocker um 19.30 erschien er also auf der mit knapp 40.000 Menschen gefüllten Festwiese.

Rose und seine Mitstreiter geben sich sichtlich Mühe und liefern zeitweise eine ordentliche Show ab, auch wenn der zum Atemschnappen weit aufgerissene Mund von Rose mit seinen gebleichten Zähnen überlebensgroß auf zwei gigantischen Leinwände übertragen nicht immer allen ästhetischen Ansprüchen genügt. Auch die restlichen HD-Grafiken im Hintergrund (kopulierende Skelette!) passen teilweise nicht ganz zum rockigen Sound, die Bilder und Ausschnitte von Konzerten vergangener Tage hätte man sich gleich ganz sparen können.

Trotz aller Kritik feuern die Rockstars einen Hit nach dem anderen ab und es ist zu bemerken, dass »Civil War«, »Sweet child o‘ mine« und »Knockin‘ on Heavens door« einfach tolle Songs sind. Für »November Rain« wird gleich noch ein Flügel auf die Bühne gefahren und Slashs Version von »Brucia la Terra« darf gern ein Highlight genannt werden.

Ganze dreieinhalb Stunden geht die Show, in denen Axl Rose mindestens zehn Mal die Bühne verlässt – vielleicht zum Aufsuchen des Sauerstoffzelts, in jedem Fall, um wieder und wieder ein neues lustiges T-Shirt und eine weitere Schlangenlederjacke zu präsentieren. Vielleicht aber auch, um dem Sponsor Jägermeister seinen alleinigen Auftritt auf den LED-Wänden zu ermöglichen?

Gegen 23 Uhr Grande Finale mit »Paradise City« und Feuerwerk. Eine nicht repräsentative Umfrage unter angetrunkenen Fans ergab große Zufriedenheit – selbst beim wirklich überraschten Autor.

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