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Jean Seberg Forever!

Die Kinostarts der Woche im Überblick

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Die 24. Französischen Filmtage und was sonst Filmisches in der Stadt geschieht…

Die 24. Französischen Filmtage präsentieren noch bis Mittwoch in den Passage Kinos und der Schaubühne Lindenfels frankophones Kino im Original mit Untertiteln. Im Fokus der Retrospektive steht in diesem Jahr keine gebürtige Französin, sondern eine Amerikanerin: Jean Seberg („Außer Atem“), die am 13. November 80 Jahre alt geworden wäre. In der neuen Reihe „Am Leben bleiben – Über Menschen in Zeiten des Krieges“ werden vier Filme gezeigt, die ganz unterschiedliche Perspektiven auf Menschen in Krisenzeiten bieten. Jean-Pierre Bacri ist in diesem Jahr die Reihe „Frankreich – Deine Gesichter“ gewidmet. Daneben gibt es wie gewohnt aktuelle frankophone Filme, teilweise weit vor dem Kinostart. Ausführliches von Hanne Biermann im aktuellen kreuzer, alle Termine wie gewohnt in unserem Kalender.

»Französische Filmtage«: bis 28.11., Passage Kinos, Schaubühne Lindenfels
http://www.franzoesische-filmtage.de

Film der Woche: Paweł Pawlikowski, Regisseur des oscargekrönten »Ida«, erzählt die furiose Liebesgeschichte der Sängerin Zula und des Komponisten Wiktor, die sich während ihrer Arbeit in einem traditionellen Tanz- und Musik-Ensemble ineinander verlieben. Ein erstaunlich intensives Porträt eines Paares, dessen stürmische Liebe vor dem Hintergrund des Kalten Krieges zwischen Leidenschaft und Exil fast zu zerreißen droht. Inszeniert mit ausdrucksstarken Schwarz-Weiß-Aufnahmen und einzigartigen Melodien sprengt »Cold War« mit seiner emotionalen Wucht fast die Kinoleinwand. Er feierte seine Weltpremiere im Wettbewerb von Cannes, wo er den Preis für die Beste Regie erhielt. Beim Filmfestival Cottbus wurde der Film mit dem Publikumspreis ausgezeichnet und hat insgesamt fünf Nominierungen für die Europäischen Filmpreise 2018 erhalten, als Bester Film, Paweł Pawlikowski für die Beste Regie und für das Beste Drehbuch, Joanna Kulig als Beste Darstellerin und Tomasz Kot als Bester Darsteller. Bei der Verleihung am 15. Dezember in Sevilla werden sie mit ziemlicher Sicherheit als strahlende Sieger im Rampenlicht stehen.

»Cold War«: ab 22.11., Passage Kinos, Regina Palast

Mathangi »Maya«

Arulpragasam, besser bekannt als M.I.A. – Eine Ausnahmekünstlerin, das war von vornherein klar, als sie sich vor 13 Jahren mit ihrem Album »Arular« aggressiv und unwiderstehlich in unsere Gehörgänge bohrte. Die Beats hart, die Sprache direkt. Maya hatte stets eine Mission, ihre Songs hatten eine Dringlichkeit. Geerbt hat sie diesen Drang von ihrem Vater Arular. Der gründete vor 35 Jahren die »Tamil Tigers«, eine Rebellengruppe in ihrer Heimat Sri Lanka. Als Maya neun war, floh Sie mit ihrer Mutter nach London. Erst viele Jahre später wurde sie sich ihrer Wurzeln bewusst und trat selbst als Aktivistin für den Befreiungskampf der Tamilen ein, was ihr vor allem in den USA viel Kritik einbrachte. Ihre filmische Biographie erzählt eine zutiefst persönliche Geschichte über Migration. Maya selbst hat sie zu großen Teilen über die vergangenen 22 Jahre hinweg gedreht. Die Außenperspektive liefert ihr Freund Steve Loveridge. Er collagierte ein extrem faszinierendes Porträt einer komplexen Person. Schmerzhaft offen und mitreißend wie ihre Beats. Ausführliche Kritik im aktuellen kreuzer.

»Matangi/Maya/M.I.A.«: ab 22.11., Cineding

Weitere Filmtermine der Woche

Pixadores
Doku über die Pixação-Graffitibewegung in der brasilianischen Metropole São Paulo.
23.11., 20 Uhr, UT Connewitz

D’Annunzios Höhle 
Der Film zeigt fünfzehn Räume der 1921 von Gabriele d’Annunzio bezogenen und bis zu seinem Tod bewohnten Villa Cargnacco in Gardone am Gardasee. Die Villa ist Bestandteil des Vittoriale, eines musealen Themenparks zu Ehren d’Annunzios, mit dessen Gestaltung und Ausstattung der Schriftsteller selbst zusammen mit seinem Leibarchitekten Giancarlo Maroni fast zwei Jahrzehnte lang befasst war. Zusammen mit Margaret Hondas Kurzfilm »Spectrum Reverse Spectrum« (USA 2014) und Johan van der Keukens »Hermann Slobbe/Blind Kind 2« (NL 1966). – Poetika Kino, Raum 1.44
23.11., 19 Uhr, Hochschule für Grafik und Buchkunst



Planeta Singli 2 


Beziehungskomödie – Polnisches Kino im Original mit englischen Untertiteln


24.11., 17 Uhr, 25.11., 20 Uhr, Cineplex

Der Grinch (3D) 


Nach dem Realfilm aus dem Jahr 2000 wird die Geschichte um den giftgrünen Weihnachtshasser nun in animierter Form in die Kinos gebracht. – Preview in Anwesenheit von Synchronsprecher Otto Waalkes
25.11., 14 Uhr, Cinestar, 15 Uhr, Regina Palast

Die Windrose 


Mehrere semi-dokumentarische Episoden als Kommentar zur Lage der Frauenemanzipation anno 1957. – Film mit Buchvorstellung »Unbekannter Ivens – Joris Ivens bei der DEFA und in der DDR« von Filmhistoriker Günter Jordan


25.11., 15 Uhr, UT Connewitz

The Seven Deadly Sins: Prisoners of the Sky (OmU) 


In einer Welt voller Feen, Götter und Dämonen konnte die totale Zerstörung nur dank ein legendären Verbindung von Kriminellen und Rittern namens »The Seven Deadly Sins« abgewendet werden – aber die nächste Bedrohung wartet schon… Basiert auf der von Nakaba Suzuki geschriebenen und illustrierten Mangaserie »The Seven Deadly Sins«.


25.11., 17, 20 Uhr, Cinestar


The True Cost – Der Preis der Mode 


Die Dokumentation legt ihr Augenmerk auf die verheerenden Auswirkungen der modernen »Fast Fashion«-Textilindustrie. Bei dem gänzlich auf Profit ausgerichteten Wirtschaften bleiben Arbeiter- und Menschenrechte sowie Sicherheitsbestimmungen und Umweltschutz häufig auf der Strecke. Betrachtet werden unter anderem Großbritannien, Frankreich, Italien, Indien, Dänemark, China, Bangladesch, Kambodscha, Haiti und Uganda und ihre jeweilige Rolle im golbalen Handel. – mit Filmeinführung von Marie Schwimmer zum Thema Nachhaltigkeit

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