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Eine Sendung für Grünau

Das Stadtteilradio »Grünau auf Blau« soll die Menschen im Viertel zusammenbringen

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Am 30. August lief die erste Folge des neuen Stadtteilradios »Grünau auf Blau«. Das Format wendet sich an Grünauer und alle, die sich für den Stadtteil interessieren. Der kreuzer war bei der Aufnahme der ersten Sendung dabei und hat mit den Machern über ihre Ziele und Absichten gesprochen.

Die Sonne scheint. Im Schatten einiger Bäume stehen Sofas, Sessel und Bürostühle. Ein kleiner Tisch ächzt unter dem Gewicht von Getränken und Pizzaschachteln. »Das hier ist unser Backstage-Bereich«, erklärt Marius Dähne scherzhaft. Er ist Lehrer an der Volkshochschule in Grünau und Mitbegründer des neuen Stadtteilradios. Neben ihm sitzen weitere Gründungsmitglieder, sowie Gäste der ersten Sendung. Einige sind nervös. Andere voll Vorfreude, so kurz vor den Aufnahmen.

Im Inneren des Studios, das zum Heizhaus gehört, trifft ein Techniker die letzten Vorbereitungen. Wegen der Coronabeschränkungen dürfen aktuell maximal vier Leute gleichzeitig in das Studio. Draußen sitzt Hans-Christoph Thiele. Er leitet normalerweise die »Völkerfreundschaft« in Grünau. Für die Show schlüpft er in die Rolle des Moderators. »Wir wollen mit dem Radio ein möglichst barrierearmes Angebot schaffen«, erklärt er, »ein Angebot, dass nicht nur von Jugendlichen, sondern auch von älteren Leuten in Anspruch genommen werden kann.« Die Idee zu dem Radio hatten Thiele und seine Kollegen bereits Anfang des Jahres. Ihr Ziel: eine Plattform zu schaffen, welche die vielen Angebote der Grünauer Vereine und Initiativen verbindet. Aber auch eine Plattform für die Grünauer. Sie sollen hier zu Wort kommen, in Interviews oder mit eigenen Projekten. Eine breite Allianz von Vereinen steht hinter dem Radioprojekt. An der Gründung waren unter anderem das Theatrium, das Heizhaus, die Volkshochschule und das Kommhaus beteiligt. Die Leiterin des Theatriums Almut Haunstein teilt sich die Moderation mit Thiele.

Die erste Sendung: Der Verein Romano Sumnal stellt sich vor. Nächstes Jahr feiert er sein dreißigjähriges Bestehen. Genauso lange setzt er sich für die Rechte von Sinti und Roma ein. In einem anderen Beitrag erläutert Sylvia Börner von der Volkshochschule die Geschichte des Robert-Koch-Parks. Zwischendurch erklären Mitarbeiter vom Haus Steinstraße wann der Umzug des Treffs nach Grünau stattfindet. Maria Heitmüller und ihre Kollegin Katrin Jahnke vom Seniorentreff »Nebenan« berichten von ihren neuen Kursangeboten. Darunter: ein Yogakurs und ein Einsteigerkurs zu Graffitis. Nur kurz unterbricht Musik die einzelnen Beiträge. Die Gäste, die draußen auf ihren Auftritt warten, kommen im Inneren des Studios schnell auf den Punkt. Dabei wird der Servicegedanke großgeschrieben. Jedem Beitrag folgt ein Moment, an dem die Gäste Adressen, Telefonnummern oder Eintrittspreise nennen.

Nach einer knappen Stunde ist die Aufzeichnung geschafft. Jubel unter den Beteiligten. Die Erleichterung ist ihnen deutlich anzumerken. Sie stemmen das Radio neben ihren hauptamtlichen Jobs und sind für die Organisation auch vom Wohlwollen ihrer Arbeitgeber abhängig. Für jeden Monat wollen sie eine neue Folge ihres Radios produzieren. Mit einer Vielzahl unterschiedlichster Themen. Das sie dabei das Politische nicht scheuen, zeigt bereits die erste Sendung. Neben Romano Sumnal stellt Yasemin Said dort ihr Projekt »Perspectives« vor. »Wir wollen diverse Perspektiven in Grünau stärken«, erklärt Said das Projekt, das sie für das Heizhaus leitet. Im Gespräch mit den beiden Moderatoren erläutert sie ihre Versuche, mithilfe von Fragebögen herauszufinden, welche Themen Menschen mit Migrationshintergrund umtreiben. Was sie benötigen, um sich im Viertel und der Stadt wohlzufühlen. Beim neuen Stadtteilradio passt er einmal, der viel verwendete Begriff der Vielfalt. Sie findet sich in den Angeboten, den Köpfen und den Themen. Und sie könnte noch wachsen, wenn sich das Radio erst einmal etabliert hat. Die einzelnen Folgen werden über Radio Blau ausgestrahlt, sind aber auch als Podcast erhältlich.

Nähere Infos und die erste Sendung unter: www.grünauer-kultur.de/gruenau-auf-blau/

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