Startseite / Archiv | Magazin / Endlich Fisch

Endlich Fisch

Damboldts Fisch-Shop hat einen Ableger bekommen:

Fisch kann nicht jeder! Mit dieser Erfahrung im Gepäck entern wir das Tortuga, Leipzigs neues Fischrestaurant. Diesmal werden wir nicht enttäuscht. Schon der erste Eindruck stimmt froh: helles Holz und Lederstühle, runde Ecken und Podeste. Es gibt auch maritime Utensilien wie Seile, Bilder und Luken, aber keinen albernen Seemannsklimbim.

Fisch kann nicht jeder! Mit dieser Erfahrung im Gepäck entern wir das Tortuga, Leipzigs neues Fischrestaurant. Diesmal werden wir nicht enttäuscht. Schon der erste Eindruck stimmt froh: helles Holz und Lederstühle, runde Ecken und Podeste. Es gibt auch maritime Utensilien wie Seile, Bilder und Luken, aber keinen albernen Seemannsklimbim.
Die eigenwillig geformten, rustikalen Holztische sind alles Unikate aus Eigenbau, die sich zu größeren Tafeln zusammenstellen lassen, versichert Alexander Damboldt. Der Chef des benachbarten, vor zehn Jahren von Senior Uwe Damboldt gegründeten Fisch-Shops, hat monatelang gewerkelt und gebaut, um die Idee vom eigenen Fischrestaurant endlich in die Tat umzusetzen.
Sein Laden hat einen guten Ruf als Garant für frischen Fisch, Meeresfrüchte und selbst kreierte Spezialitäten. Das kleine Lokal direkt daneben am Elstermühlgraben profitiert nun von der Kompetenz aus dem jahrelangen Umgang mit den empfindlichen Produkten. Seine Intention: »Wir wollen eine Oase sein und wie auf einer Insel alles rund ums Meer, das Wasser und den Fisch bieten.« Wer keinen Fisch mag, kann sich in der Lounge auch nur einen Cocktail oder ein Bier genehmigen. Abends freut sich Alexander Damboldt immer noch über seine Idee mit dem Sternenhimmel an der Decke: »Die Lämpchen sind angeordnet wie die Sternzeichen um den 17. Juni, unser jährliches Gründungsjubiläum im Fisch-Shop.«
Damboldts Familienbetrieb wusste also schon, was auf ihn zukommt. Und so wirbt die Tafel am Eingang nicht mit exklusiven Versprechungen, sondern mit deftiger »Piratenkost«. Tortuga ist schließlich eine Insel in der Karibik und laut Legende Zufluchtsort verwegener Gesellen. Die Speisekarte offeriert kräftige Fischsuppen, Rotbarsch, Lachs und Kabeljau, ganze Fische, feine Filets, zischende Fischpfannen und heiße Fischfrikadellen. Dazu gibts frische Salate, krosse Bratkartoffeln oder Reis. Damboldt selbst und seine Mitstreiter in Küche und Service (so genau ist das offensichtlich nicht zu trennen) sorgen sich um jeden Gast, beraten bei der Auswahl, bringen Getränke, fragen, obs denn schmeckt – so, wie man das immer gern hätte. Die Hauptgerichte kosten alle weniger als 10 €. Damboldt will »erschwinglich für jedermann sein, aber trotzdem Qualität bieten«. Für ihn ist das seit Jahr und Tag Usus. Er setzt deshalb lieber weniger Gerichte auf die Karte, dafür aber aus hochwertiger Ware. Und so nebenbei zählt er seine persönlichen Favoriten auf: Garnelen, Lachsfilet und Dorsch.
Wir genießen sorglos eine würzige Suppe aus Hochseefischen mit Möhrchen, gebratenes Kingklip-Filet und den Fischtopf Likedeeler, werden umsichtig bedient und freuen uns über das erstklassige Essen, den gut gekühlten Weißwein und frisch gezapftes Bier – in sauberer Luft! Kein Fischgeruch trübt den Genuss, Raucher sitzen in einer Ecke für sich. Im sommerlichen Biergarten neben dem Elstermühlgraben fallen sie sowieso nicht auf. Dorthin lockt an wärmeren Tagen der Duft von gegrilltem Fisch. Leipzig hat endlich ein Fischrestaurant, das diesen Namen verdient!

Naundörfchen 2/Jahnallee, 04109 Leipzig,
tägl. 11.30-14.30 Uhr, ab 17.30 Uhr, Tel. 2 12 20 58
Gastronomie

Anzeige

Kommentieren

Dein Kommentar

Kommentare sind deaktiviert.